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Biberexkursion am Reichenbach

Mit dem Biber kommt die Artenvielfalt

„Würdest Du gerne draußen bei Wind und Wetter zwischen Erde und Holz schlafen?“ Das Mädchen schüttelt den Kopf und Ulrich Meßlinger fährt fort: „Dem Biber macht das nichts aus, denn er hat ein dichtes, weiches Fell – bis zu 23.000 Haare auf den Quadratzentimeter. Manch einer von uns hätte gern insgesamt noch so viele Haare.“ Bei den etwas lichteren Köpfen ertönt Gelächter.

Mit solch anschaulichen Vergleichen, aber auch Präparaten von Biberfell und -schädel verdeutlichte der Biologe und Biberexperte Meßlinger den Biber und seine Lebensweise. Gut zwanzig Interessierte waren der Einladung des BUND Naturschutz gefolgt und trafen sich in Ammerndorf zur Biberexkursion. Bei der Tour entlang des Reichenbachs sahen die Teilnehmer*innen einen großen, bereits bewachsenen Biberdamm, dahinter aufgestautes Wasser und abgenagte Bäume. Oberhalb des Dammes sind die Strukturen erkennbar vielfältig: es gibt Sumpfboden, Gehölzgruppen und  kleine, sonnige Lichtungen - alles mosaikartig miteinander verzahnt. Und vor allem gibt es einen langen Uferbereich mit vielen Flachwasserzonen, welche für Amphibien und Libellen so wertvoll sind: eine Aue.

„Wo man den Biber ans Werk lässt, ist die Artenvielfalt nicht mehr weit.“ Nach Beobachtungen des Biologen muss man darauf nicht mal lange warten: bereits in den ersten Jahren nach einem Biberumbau der Landschaft schnelle die Artenvielfalt von Amphibien, Vögeln, Heuschrecken und Libellen in die Höhe. Dies funktioniere bei einer brachliegenden Fläche ohne Zutun des Bibers weit weniger gut und vor allem nicht so rasch.

Leistungen als Wasserschützer übertreffen Schäden

Ganz direkt bekommt der Mensch auch Gegenleistungen für das Gewährenlassen des pelzigen Nagers: Auenlandschaften sind in der Lage bei Starkregenereignissen viel Wasser aufzunehmen und dienen damit als Hochwasserschutz. Die im Boden lange gespeicherte Feuchtigkeit macht das Lokalklima im Sommer angenehm. Zudem wird das Wasser wirksam chemisch und von Feststoffen gefiltert und Grundwasser neu gebildet. Bei den langen Trockenperioden der letzten Jahre ist dies ein wichtiger Faktor.

Dass es mit „Meister Bockert“ auch Probleme gibt, weil manchmal einfach kein Platz ist für aufgestaute Biberseen, weiß der langjährige Biberexperte. Auch Schäden in der Land-, Forst- und Teichwirtschaft kommen vor, wenn z.B. die angelegten Teiche oder Flächen durch Bibereinfluss überfluten oder trockenfallen. Dafür müsse es Entschädigungen geben. Aber die große Leistung des Bibers, die er kostengünstig und ohne weiteres Zutun erbringt, würde vielfach übersehen und unterschätzt. Alles, was man dazu benötige, sei ein Gewässer und ein (ungenutztes) Stück Land.

Möglichkeiten weitere Biberlandschaften zu fördern sind vorhanden, z.B. wenn Gemeinden entsprechende Ausgleichsflächen ausweisen oder Flächen „einfach so“ aus der Nutzung nehmen. Was, wie beschrieben, durchaus nicht uneigennützig ist – und die Artenvielfalt profitiert ganz nebenbei.

Die Vorstandschaft

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Gudrun Schmuck

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Arbeitstreffen

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