#Hands off nature!
Die Natur braucht unsere Unterstützung. Der Generalangriff auf Natur und Umwelt und damit auch unsere Gesundheit ist in einer entscheidenden Phase. Am 12. Februar beraten die EU-Spitzen über die Zukunft der europäischen Naturschutzrechte. Machen Sie jetzt mit bei #handsoffnature https://helfen.bund-naturschutz.de/handsoffnature/ und fordern wir gemeinsam von unseren Politiker:innen, bestehende Naturschutzgesetze zu verteidigen und weiterzuentwickeln, statt sie auszuhöhlen.
Warum das so wichtig ist:
Im Dezember 2025 hat die EU-Kommission Profit-Interessen von Wirtschaft und Industrie entsprochen und ein Paket zur Abschwächung von Umweltprüfungen und –standards vorgelegt. Dieses achte Paket, der sog. „Umwelt-Omnibus“ enthält Erleichterungen für Industrie und Wirtschaft vor allem bei Umweltprüfungen.
Mit der großartigen Unterstützung im Herbst 2025, als in nur 10 Tagen fast 200.000 Menschen in ganz Europa für die Natur gestimmt haben, haben wir zwar erreicht, dass einige Schutz-Vorgaben noch nicht direkt angegriffen werden. Aber beispielsweise Natura 2000 und die Wasserrahmenrichtlinie sollen im Frühjahr einem sog. „Stress-Test“ unterzogen werden. Diese seit 1992 bzw. 2000 geltenden Vorgaben sind zentrale Errungenschaften für gesunde Gewässer und intakte Natur. Seit Jahrzehnten arbeiten in ganz Europa Bürger, Land- und Forstwirte, Kommunen, Behörden und andere, auch wir im BN, engagiert an diesem Netz des Lebens.
Der Fokus des „Umwelt-Omnibus“ liegt auf den Bereichen Kreislaufwirtschaft, Industrieemissionen und Abfallbewirtschaftung. Die industrielle und chemische Verschmutzung in Europa würden erleichtert werden. Die Überprüfung zahlreicher weiterer Schutz-Bestimmungen wie der Natura 2000-Richtlinien und der Wasserrahmenrichtlinie wir angekündigt. Ihr Zweck - gesunde lebendige Natur und Wasser in ganz Europa – droht für die Interessen von Industrie und Wirtschaft unter die Räder kommen. Damit geht es an die Grundsubstanz des europäischen Naturschutzes. Auch das erst 2024 beschlossene und wegweisende Natur-Renaturierungsgesetz steht in der Diskussion. Es ist ein Generalangriff auf unsere Lebensgrundlagen. Begründet wird er mit der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und Bürokratieabbau, doch es geht um die rücksichtslose Durchsetzung von Profitinteressen. Gesetze zum Schutz von Natur brauchen keine Abschwächung, sondern eine bessere Umsetzung – nicht nur gegen die Biodiversitäts- und Klimakrise, sondern gerade auch für eine dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit einer nachhaltigen Wirtschaft.
Daher rufen wir als BUND Naturschutz erneut im europaweiten Bündnis zu #handsoffnature auf: Unterschreiben Sie jetzt - für eine lebenswerte Zukunft in Europa für alle. Schon in der ersten Woche haben mehr als 160.000 Menschen die verantwortlichen Politiker aufgefordert, unsere Natur zu verteidigen, statt sie noch mehr zu gefährden. Vorgaben zum Schutz von Natur, Wasser und Luft sind keine Bürokratie, sondern Gemeingüter und Lebensgrundlage für uns alle. Sie und unsere Gesundheit sind nicht zu verkaufen!
Wasserabhängige Schutzgebiete und Nutzungskonflikte
Geringere Verfügbarkeit von Wasser
Wasser ist die Lebensgrundlage aller Pflanzen, Tiere, Pilze und den Menschen. Der Klimawandel verschärft das Problem der Wasserverfügbarkeit durch längere Dürrezeiten, hohe Verdunstung und konzentrierte Niederschlagsverteilung. Bodenentwässerung durch Drainagen und kanalisierte Abflüsse von versiegelter Fläche, auch getrieben durch den hohen Flächenverbrauch, sind weitere Faktoren, Gewässerlebensräume zu entfernen (z.B.durch Verrohren) und die Grundwasserneubildung zu hemmen. Um Wasser und dessen Verfügbarkeit gibt es daher zunehmend Konflikte, auch im Landkreis Fürth. Es konkurrieren z.B. die Bedürfnisse der Land- und Teichwirtschaft mit ökologischen Anforderungen. Die Laichzeit der Amphibien macht besonders sichtbar, wie sehr diese Tiere auf das Vorhandensein von unterschiedlichen Gewässern angewiesen sind.
Ausweg Biber
Biber schaffen durch ihre Werke ganz nebenbei einen Ausgleich - wenn man sie lässt. Durch ihre Aktivitäten, vor allem das Aufstauen von Flüssen und Bächen, steigt der Grundwasserspiegel und Tiere und Pflanzen mit hohem Wasserbedarf haben wieder eine Chance (siehe auch Thema Biber). Beispielsweise zeigt eine Auswertung von zehn Flächen in Mittelfranken, dass Vögel und Libellen deutlich von Biberaktivitäten profitieren (hier nachlesen).
Wasserabhängige Schutzgebiete
An der Jahreshauptversammlung der BN Kreisgruppe am 14.3.2025 hielt Dr. Stefan Ossyssek, BN Referent im Bereich Natur- und Artenschutz, einen Vortrag über wasserabhängige Schutzgebiete und Nutzungskonflikte. Die Präsentation zeigt die Vielfältigkeit der möglichen wasserabhängigen Schutzgebiete: Weihergebiete, Biberstaue, Toteiskessel, Aue und Moore. Der Schutzstatus ist dabei entweder implizit durch Lebensräume oder definierte Biotope gegeben (z.B. §30 und §44 BNatschG, §23 BayNatschG) oder er wird durch explizite Ausweisung eines Schutzgebietes (FFH-Gebiet, Naturschutzgebiet etc.) verliehen.
Wasserverbrauch und Nutzungskonflikte
In welchen Sektoren wird wie viel Wasser verbraucht? Wie und wo wird es gewonnen? Diese Fragen werden beantwortet, dabei sind Hinweise auf Rechtsgrundlagen für Entnahmerechte und Handlungsempfehlungen enthalten. Am Schluss werden beispielhaft einige Nutzungskonflikte um Wasser aufgezeigt (Nutzung Teichwirtschaft versus versus Erhalt von Bachlebensräumen und Vermarktung von Tiefengrundwasser versus Sicherung von öffentlichem Trinkwasser). Da die Grundwasserneubildung in den letzten 30 Jahren in Bayern zurückgegangen ist, während der Bewässerungsbedarf beispielsweise bei Kartoffeln stetig steigt, sei mit einer zunehmenden Anzahl von Konfliktfällen um Wasser zu rechnen.
Wasseratlas 2025
Wasser ist die Grundlage allen Lebens und spielt eine zentrale Rolle für Ökosysteme, Gesellschaften und Kulturen weltweit. Der Wasseratlas 2025 widmet sich den aktuellen Herausforderungen, denen diese lebenswichtige Ressource ausgesetzt ist, und beleuchtet gleichzeitig Lösungsansätze für einen nachhaltigen Umgang.
Sie können den Wasseratlas hier herunterladen: https://www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/wasseratlas-2025-daten-und-fakten-ueber-die-grundlage-allen-lebens/















