Wasserabhängige Schutzgebiete und Nutzungskonflikte
Geringere Verfügbarkeit von Wasser
Wasser ist die Lebensgrundlage aller Pflanzen, Tiere, Pilze und den Menschen. Der Klimawandel verschärft das Problem der Wasserverfügbarkeit durch längere Dürrezeiten, hohe Verdunstung und konzentrierte Niederschlagsverteilung. Bodenentwässerung durch Drainagen und kanalisierte Abflüsse von versiegelter Fläche, auch getrieben durch den hohen Flächenverbrauch, sind weitere Faktoren, Gewässerlebensräume zu entfernen (z.B.durch Verrohren) und die Grundwasserneubildung zu hemmen. Um Wasser und dessen Verfügbarkeit gibt es daher zunehmend Konflikte, auch im Landkreis Fürth. Es konkurrieren z.B. die Bedürfnisse der Land- und Teichwirtschaft mit ökologischen Anforderungen. Die Laichzeit der Amphibien macht besonders sichtbar, wie sehr diese Tiere auf das Vorhandensein von unterschiedlichen Gewässern angewiesen sind.
Ausweg Biber
Biber schaffen durch ihre Werke ganz nebenbei einen Ausgleich - wenn man sie lässt. Durch ihre Aktivitäten, vor allem das Aufstauen von Flüssen und Bächen, steigt der Grundwasserspiegel und Tiere und Pflanzen mit hohem Wasserbedarf haben wieder eine Chance (siehe auch Thema Biber). Beispielsweise zeigt eine Auswertung von zehn Flächen in Mittelfranken, dass Vögel und Libellen deutlich von Biberaktivitäten profitieren (hier nachlesen).
Wasserabhängige Schutzgebiete
An der Jahreshauptversammlung der BN Kreisgruppe am 14.3.2025 hielt Dr. Stefan Ossyssek, BN Referent im Bereich Natur- und Artenschutz, einen Vortrag über wasserabhängige Schutzgebiete und Nutzungskonflikte. Die Präsentation zeigt die Vielfältigkeit der möglichen wasserabhängigen Schutzgebiete: Weihergebiete, Biberstaue, Toteiskessel, Aue und Moore. Der Schutzstatus ist dabei entweder implizit durch Lebensräume oder definierte Biotope gegeben (z.B. §30 und §44 BNatschG, §23 BayNatschG) oder er wird durch explizite Ausweisung eines Schutzgebietes (FFH-Gebiet, Naturschutzgebiet etc.) verliehen.
Wasserverbrauch und Nutzungskonflikte
In welchen Sektoren wird wie viel Wasser verbraucht? Wie und wo wird es gewonnen? Diese Fragen werden beantwortet, dabei sind Hinweise auf Rechtsgrundlagen für Entnahmerechte und Handlungsempfehlungen enthalten. Am Schluss werden beispielhaft einige Nutzungskonflikte um Wasser aufgezeigt (Nutzung Teichwirtschaft versus versus Erhalt von Bachlebensräumen und Vermarktung von Tiefengrundwasser versus Sicherung von öffentlichem Trinkwasser). Da die Grundwasserneubildung in den letzten 30 Jahren in Bayern zurückgegangen ist, während der Bewässerungsbedarf beispielsweise bei Kartoffeln stetig steigt, sei mit einer zunehmenden Anzahl von Konfliktfällen um Wasser zu rechnen.
Wasseratlas 2025
Wasser ist die Grundlage allen Lebens und spielt eine zentrale Rolle für Ökosysteme, Gesellschaften und Kulturen weltweit. Der Wasseratlas 2025 widmet sich den aktuellen Herausforderungen, denen diese lebenswichtige Ressource ausgesetzt ist, und beleuchtet gleichzeitig Lösungsansätze für einen nachhaltigen Umgang.
Sie können den Wasseratlas hier herunterladen: https://www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/wasseratlas-2025-daten-und-fakten-ueber-die-grundlage-allen-lebens/