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mobiles Umwelterlebniszentrum

Ein Beet für die Gartenwollbiene

Anfang Mai 2026 bepflanzten Aktive des BUND Naturschutz mit Unterstützung des Naturamts in Langenzenn ein brachliegendes Beet in der Försterallee, direkt neben dem Biergarten. Wir setzten unter anderem Pflanzen des Woll- und des Heilziests in das Beet, um der Gartenwollbiene Nahrung und Nistmaterial anzubieten. Auf diese Weise wird die Bienenart leicht angelockt. Ziel ist es, Passanten die Beobachtung dieses faszinierenden Insekts zu ermöglichen.

Verwechslung mit Wespen möglich

Die relativ häufig vorkommende Gartenwollbiene oder Große Wollbiene (Anthidium manicatum) kann man von Juni bis September nicht nur an Waldrändern,  Trockenhängen sowie in Lehm- und Tongruben beobachten, sondern oft auch in Gärten und Parks. Sie ist eine große, in fast ganz Mitteleuropa heimische Wildbiene, die durch ihre auffällige schwarzgelbe Warnfarbe leicht mit Wespen verwechselt wird, vor allem die Weibchen. Die Männchen sind territorial und überwachen ihr Revier mit schnellem, zackigen Flug, und verteidigen es mit ihrem am Hinterleib sitzenden "Dreizack" sowohl gegen andere Männchen (Drohnen) als auch gegen Nahrungskonkurrenten, also andere Insekten, sogar, wenn diese größer sind als sie selbst. Für Menschen dagegen sind die Wollbienen völlig ungefährlich.

Weibchen nutzen Pflanzen“wolle“

Die Gartenwollbiene lebt, wie die meisten anderen Wildbienenarten auch, solitär, das heißt sie bildet keinen Staat. Die Weibchen legen die Brutzellen in Hohlräumen wie Erdlöchern, Felsspalten, Lehmwände und Mauerlöchern an, und kleiden diese mit Pflanzenfasern aus, die sie von flaumigen Pflanzen wie dem Deutschen Ziest oder dem Wollziest abschaben und in Kugelform zum Nest tragen. Zusätzlich imprägnieren sie das Wollnest, in welchem die Larven überwintern, mit pflanzlichen Drüsensekreten. Als Larvennahrung verwenden sie gern den Pollen von Lippenblütlern (Lamiaceae) wie dem Heilziest, den sie mit ihrer Bauchbürste sammeln und transportieren. 

Heilziest ist Insektenmagnet

Echter Ziest, Heil-Ziest, Echte Betonie - Stachys oder Betonica officinalis

Der Heil-Ziest, eine alte Heilpflanze, ist eine mehrjährige Staude aus der Familie der Lippenblütler und besiedelt verschiedene Lebensräume in der gesamten gemäßigten Zone Eurasiens. Er dient zahlreichen Insekten als Nahrungsquelle, darunter über 40 Wildbienenarten (drei davon auf den Echten Ziest spezialisiert) und dem seltenen Heilziest-Dickkopffalter, von dem in Deutschland nur wenige Vorkommen in Bayern und Baden-Württemberg bekannt sind. Auch die Große Wollbiene besucht den Heilziest sehr gerne und wo er im Garten angepflanzt ist, findet sich diese meist ebenso ein, vor allem, wenn auch ein "Wollieferant" nicht weit ist.

Insektenvielfalt in der Försterallee

Mit den Pflanzen und der Gestaltung dieses Beetes sind wir mit Pflanzen aus der Familie der Lippenblütler vor allem auf die Ansprüche bei Nahrung und Lebensraumgestaltung der Gartenwollbiene eingegangen. Daneben haben wir aber auch allgemein heimische Pflanzenarten gesetzt, die Nahrung oder Lebensraum für Insekten oder deren Entwicklungsformen (Ei, Larven, Puppen) bieten: Die Skabiose und die Flockenblume (keine Lippenblütler) sind Wiesenstauden, wahre Insektenmagneten (Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer, Schwebfliegen) und bringen Abwechslung ins Beet.

Manch eine*r fragt sich vielleicht, warum wir auch Graspflanzen gesetzt haben. Dies hat mehrere Gründe: Einerseits kommt der Heilziest gern in Wiesen vor, andererseits dient das Gras der optischen Strukturierung im Beet und hat auch ökologische Funktionen. Denn heimische Gräser dienen einer Vielfalt an Insekten, unter anderem Raupen (Schmetterlingslarven), als Überwinterungsversteck und Nahrung. Nicht zuletzt fördert die Vielzahl der heimischen Pflanzen ein aktives Bodenleben, welches die Grundlage für den Bewuchs bildet. 

Meldungen erwünscht!

Schauen Sie bei Gelegenheit doch einmal genauer hin, vielleicht entdecken Sie eine Gartenwollbiene oder andere faszinierende Insekten. Der BUND Naturschutz Langenzenn (langenzenn@bund-naturschutz.de ) und das Naturamt Langenzenn freuen sich auf Ihre Meldungen!

Alles-was-rollt Basar 2026

18.4.2026

Fahrräder für Kinder und Erwachsene, Tretroller, Bobbycars, Handrasenmäher und vieles mehr wurde wieder am bekannten Markt für Rollenfahrzeuge ohne Motor (E-Bikes ausgenommen) angeboten und verkauft. Das Glücksrad und ein Naturquiz über Schmetterlinge vom BUND Naturschutz und ein Reifenwurf-Parcours vom Radladen Boxenstop sorgten dabei für Unterhaltung. Am BN Stand führten die Aktiven der BN Ortsgruppe Langenzenn nebenbei Gespräche über Umwelt und Natur. Wer Hunger hatte, konnte sich mit Kuchen, Bio-Bratwurstsemmeln und “legendär guten” veganen Burgern vom Grill und unserem “Burgermeister” versorgen und natürlich standen auch kalte Getränke und Kaffee zum Verkauf. Der Alles-was-rollt Basar ist seit Jahrzehnten einfach ein bewährt gutes Konzept.

Aktion Saubere Landschaft 2026

Kläranlage: Mikroplastik und Chemikalien

16.10.2025

Der BN organisierte Mitte Oktober einen Besuch in der Kläranlage Langenzenn. Dabei erklärten uns die Leiterin und ihr fachlicher Mitarbeiter sehr engagiert die verschiedenen Stationen der Reinigung. In der ersten Stufe werden Grobstoffe herausgefiltert, z.B. Zigarettenkippen, sofern sie größer als 6 mm sind. In den weiteren Stufen werden die Feststoffe durch Zentrifugalkräfte herausgefiltert und Bakterien zur Reinigung eingesetzt. Wir erfuhren, dass die Kläranlage zum Trocknen des Klärschlammes und zur Erwärmung des Abwassers - dies ist notwendig, damit die Bakterien effektiv arbeiten können - täglich etwa so viel Strom benötigt, wie ein Haushalt in einem Jahr. Ein Teil der Energie wird aber über die bakterielle Gasentwicklung wieder zurückgewonnen.

Sehr problematisch im Abwasser sind etwa Feucht- und Küchentücher – diese lösen sich nicht auf und bilden schwer zu beseitigende „Verzopfungen“. Eines der Endprodukte des Klärprozesses ist Klärschlamm, das ist die herausgefilterte Trockenmasse des Abwassers. Darin finden sich die Chemikalien, die der Mensch ausscheidet, v.a. Phosphate und Medikamentenrückstände, jedoch ebenfalls Mikroplastik (v.a. aus Reifenabrieb) und andere gesammelte Giftstoffe, welche beispielsweise aus Zigarettenkippen gewaschen werden.

Vermehrt auftretende Starkregenereignisse machen sich laut Aussagen der Fachleute auch in der Kläranlage bemerkbar. Ohne Trennkanalsystem in den Neubaugebieten am Klaushofer Weg und mehrere dezentrale Regenrückhaltebecken im Stadtgebiet würde die Kläranlage an solchen Tagen überschwemmt.

Keine Fremdstoffe ins WC, weniger Autofahren

Was kann nun jede*r Einzelne tun, um die Kläranlage zu entlasten? Da gibt es einiges: den eigenen Garten versickerungsfähig gestalten, feuchtes Toilettenpapier, Tampons, Medikamente etc. nicht ins WC werfen und Müll wie Zigarettenkippen und Feuchttücher im Abfalleimer entsorgen, statt in der Landschaft. Und Reifenabrieb lässt sich auch vermindern – durch weniger Autofahren.

Aktion Saubere Landschaft - 2025

15.3.2025 

Eine ganze Menge Müll, den man innerhalb von zwei Stunden sammeln kann…Am Aktionstag Saubere Landschaft beteiligten sich auch Aktive des BUND Naturschutz und trugen einige Säcke Müll zusammen. Hauptsächlich zu finden waren leere Plastikverpackungen von Getränken und Snacks. Aber auch kuriose Fundstücke wie Paddel, Radkappen und Fahrradgestelle kamen zum Vorschein. Auffällig waren die vielen Zigarettenkippen auf kleinen und großen Parkplätzen. Diese kleinen Filter zerfallen langsam in kleinste Mikroplastikteile und geben ihr Gift an Boden und Gewässer ab. Aber auch die elektrischen Alternativen sind "nicht ohne" - als Elektroschrott müssen sie separat gesammelt und entsorgt werden.

Pflanzung Jahreszeitenhecke mit Zweitklässlern

14. November 2024

Das nebelgraue Novemberwetter schmälerte den Eifer der Grundschülerinnen und -schüler nicht: zusammen mit einigen BN Aktiven wurde die bestehende Jahreszeitenhecke im Zenngrund unterhalb des Langenzenner Waldfriedhofes ergänzt und eine neue Reihe mit Heckenpflanzen gesetzt.

Mit Spaten hoben die Kinder Pflanzlöcher aus, setzten die Pflanzen hinein und schaufelten die Löcher anschließend wieder zu. Natürlich mit Hilfe der Erwachsenen. Auf diese Weise wurden schließlich über 100 Heckenpflanzen (Kornelkirsche, Schneeball, Holunder, Heckenkirsche etc.) in die Erde gebracht. Es kam jedoch auch zu tierischen Begegnungen, denn etliche Regenwürmer, die beim Graben zum Vorschein kamen, wurden von den Kindern ohne Scheu aufgehoben und wortwörtlich unter die Lupe genommen. Danach durften sich die Tiere wieder im schweren Lehmboden vergraben.

Was ist eine Jahreszeitenhecke?

Die Natur zeigt durch Austrieb, Blüten und Früchte, wie weit fortgeschritten das Jahr ist, bezeichnet als die zehn "phänologischen Jahreszeiten“. In unserer Hecke sollen diese Jahreszeiten möglichst erkennbar werden. Das bedeutet, zu jeder Zeit soll es mindestens einen Strauch geben, der blüht oder Früchte trägt. Dadurch ist für Insekten und Vögel immer ein Nahrungsangebot vorhanden.

Die erste Jahreszeitenhecke hat der BUND Naturschutz bereits im Jahr 2015 gepflanzt, ebenfalls zusammen mit Kindern der Grundschule Langenzenn. An der älteren Hecke zeigten die Schüler*innen dann noch, dass sie die Früchte von Pfaffenhütchen, Liguster, Heckenrose und Weißdorn nicht nur aus dem theoretischen Schulunterricht kennen.

Wir hoffen wir auf ein gutes Anwachsen der neuen Pflanzen, um Flora, Fauna und das Landschaftsbild zu bereichern.

Naturspaziergänge 2023

Im Jahr 2023 haben wir angefangen, öffentliche und kostenfreie Naturspaziergänge durchzuführen. Ziel dieser Spaziergänge ist es, in Gemeinschaft mit offenen Augen durch die Natur in Langenzenn zu gehen und dabei zu besprechen, was es zu sehen, hören, riechen, schmecken gibt. Dabei gibt es nicht eine Person, die alles vorgibt, sondern jede und jeder trägt mit dem eigenen Wissen zum Gemeinschaftserlebnis bei.

Insgesamt gab es heuer sechs  Spaziergänge an unterschiedlichen Orten, je nach Ort und Jahreszeit natürlich mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Teilweise wurden auch spezielle Zielgruppen (z.B. geheingeschränkte Personen, Familien) angesprochen. Den Abschluss bildete Anfang Dezember ein Spaziergang in den Teufelsgraben zum Wasserrädchen. Bei Schnee und Kälte genossen wir die Natur und versuchten, Bäume anhand von Knospen und Rinde (Borke) zu erkennen. Hilfreich war dabei ein Schnellbestimmungsschlüssel für Bäume im Winterzustand (aus dem Internet downloadbar). Weitere Themen wie Wald vor Wild, Biber, Baumwachstum bereicherten unseren Erfahrungsschatz.

Auch 2024 möchten wir diese Reihe fortsetzen. Termine und Treffpunkte werden jeweils kurzfristig auf dieser Seite bekanntgegeben. Bei Interesse können Sie sich auch gern direkt benachrichtigen lassen, dann bitte kurze Meldung an die BN Ortsgruppe (Kontakt siehe auf dieser Seite ganz unten).

Obstbaumschnitt - aber richtig!

Zusammen mit dem Obst- und Gartenbauverein Langenzenn lud der BN Langenzenn am 17.3.23 zum Theorie- und Praxiskurs "Obstbaumschnitt - aber richtig!". Lars Frenzke, der Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, erklärte das Grundgerüst für Hoch- und mittelstämmige Obstbäume und dass die Grundlagen für den Baum direkt in den Jahren nach der Pflanzung stattfinden (Erziehungsschnitt). Bei einem Obstbaum in der Ertragsphase gäbe es zwei Hauptprinzipien: Krone auslichten und Astschnitt ableiten. Es gäbe zwar oft Diskussionen, welcher Ast entfernt werden müsse, wichtig sei aber, dass man überhaupt auslichtet. Daneben gab es noch viele weitere Tipps und in der Praxisphase gleich eine mögliche Umsetzung.

Mit Kaffee und Kuchen und einigen amüsierten Diskussionen um den richtigen Schnitt wurde der Kurs beendet. Das Fazit bleibt: selbst ausprobieren und sehen was passiert. Nur so lernt man tatsächlich, wie man einen Obstbaum für ein langes, ertragreiches Leben schneidet.