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Natur-Steckbriefe

In loser Folge möchten wir Ihnen, passend zur jeweiligen Jahreszeit, kleine Naturschönheiten aus dem Landkreis Fürth vorstellen. Die - natürlich nur fotografisch - gesammelten Schätze finden Sie hier. Sollten Sie eine falsche Information feststellen, geben Sie uns bitte eine kurze Rückmeldung. Die Texte wurden von interessierten Laien nach bestem Wissen und Gewissen erstellt.

Bluthasel (Corylus maxima Purpurea)

Die Blütezeit der Bluthasel erstreckt sich von März bis April, in milden Wintern auch etwas früher. Die männlichen Blütenkätzchen sind dank ihrer roten Farbe sehr auffällig. Diese rotlaubige Variante der südost-europäischen Lambertsnuss bevorzugt feuchte bis trockene, nahrhafte Böden und bildet essbare Nüsse (Haselnüsse) aus. Corylus maxima Purpurea ist sehr winterhart.

"Unseren Bluthasel hat letzten Herbst ein Eichhörnchen tagelang systematisch abgeerntet. Die Nüsse hat das Tierchen in unserem Garten und in den Gärten der Nachbarn deponiert. Es war so in die Ernte vertieft, dass ich mich bis auf zwei Meter nähern durfte ohne dass es flüchtete. Jetzt im Winter kann ich das Eichhörnchen alle paar Tage dabei beobachten, wie es seine Depots besucht und Nüsse entnimmt. Meine Spende des gesamten Ertrages dieses Strauches war also gut angelegt." Uwe Hammon

 

Herbstwald

Absolute Stille herrscht im Herbstwald und das weiche Licht erzeugt eine märchenhafte Stimmung.

Das Laub zeigt sich in kräftigen, erdigen Farben.

Die Laubfärbung ist ein Schutzmechanismus unserer Laubbäume. Das leuchtende Farbenspiel des Herbstes beruht auf einer Änderung der Mengenverhältnisse der Blattfarbstoffe. Im Frühling und Sommer überwiegt der grüne Farbstoff Chlorophyll. Mit dem Verschwinden des Chlorophylls kommen jetzt die anderen Pigmente voll zur Geltung und verursachen die beeindruckende herbstliche Laubfärbung. Außerdem werden Nährstoffe abgebaut und wichtige Elemente wie Phosphor, Eisen, Kalium und Stickstoff in lebende Stamm-, Ast- und Wurzelbereiche verlagert.

Zuletzt werfen unsere sommergrünen Laubgehölze die Blätter ab, um sich auf den winterlichen Wassermangel vorzubereiten, da über ihre Blätter ein großer Teil des durch die Wurzeln aufgesogenen Wassers verdunstet. Im Winter gefriert der Boden und es entsteht die Frosttrockenheit. Die Pflanzen würden langsam austrocknen, wenn sie sich ihrer Blätter nicht entledigen würden.

Der Blattabwurf hat noch weitere Vorteile für die Pflanzen:er entsorgt giftige Stoffwechsel-Endprodukte und gespeicherte Umweltgifte.

Spitzahorn (Acer platanoides)

Der Spitzahorn ist ein Baum aus der Gattung der Ahorne (Acer). Er ist in deutschen Städten und Dörfern häufig und fällt besonders zu Frühlingsbeginn durch eine Vielzahl gelbgrüner Blütendolden auf, die noch vor dem Laubaustrieb die Straßen, Plätze und Parks in ein frisches, helles Grün tauchen, während viele andere Bäume noch weitgehend kahl sind. Im Herbst beeindruckt er durch seine herrliche Laubfärbung.

Die Früchte des Ahorns sind als Nasenzwicker bekannt. Kinder setzen sie sich gern auf die Nase. Die aerodynamische Form des biologischen Hubschraubers sorgt dafür, dass sich die Früchte durch den Wind verbreiten. Das Verbreitungsfeld kann so groß wie ein Fußballfeld sein.

Der Spitzahorn erreicht eine durchschnittliche Wuchshöhe von 20 bis 30 Metern und kann bis 200 Jahre alt werden.

Schwefelköpfe (Hypholoma)

Neben den Tieren (Animalia) und den Pflanzen (Plantae) bilden die Pilze (Fungi) das dritte große Reich eukaryotischer Lebewesen. Als Eukaryoten bezeichnet man Lebewesen, deren Zellen einen Zellkern haben – das unterscheidet sie von den Bakterien und Urbakterien. Die Pilze sind wie die Pflanzen sesshaft, können jedoch keine Photosynthese betreiben. Daher müssen sie sich wie Tiere durch die Aufnahme organischer Substanzen ernähren. Pilze sind näher mit den Tieren als mit den Pflanzen verwandt.

Schwefelköpfe sind kleine bis mittelgroße Pilze und finden sich vorwiegend gesellig auf vermodernden Totholzstrünken. Es handelt sich bei den Schwefelköpfen um Folgezersetzer an Holz und folglich um keine Schmarotzer. Unter den rund 20 Schwefelkopf-Arten, die in Europa vorkommen, sind einige hervorragende Speisepilze, während andere stark giftig sind.

Ringelnatter (Natrix natrix)

Obwohl einige der giftigsten Schlangen der Welt, wie die Mambas und die Kobras, zu den Nattern zählen, ist die Ringelnatter für den Menschen völlig harmlos. Sie ist ungiftig und überhaupt nicht aggressiv.

Kommt man ihr zu nahe, versucht sie zunächst zu fliehen. Gelingt die Flucht nicht, versucht sie den Gegner durch Scheinangriffe mit geschlossenem Maul zu beeindrucken und scheidet ein übel riechendes Sekret aus der Analdrüse ab. Schließlich stellt sie sich tot, dabei legt sich die Natter schlaff auf den Rücken und lässt manchmal dabei auch die Zunge heraushängen. Sobald der Feind kein Interesse mehr zeigt, macht sich die Schlange blitzschnell aus dem Staub. Ganz anders sieht es für Amphibien und deren Larven aus, die zu ihren Beutetieren gehören.

Ringelnattern sind auch im Landkreis Fürth noch recht häufig in Wassernähe anzutreffen, wo sie bevorzugt jagen. Trotzdem bekommt man das überaus scheue Tier selten zu Gesicht. Durch den starken Rückgang von Feuchtgebieten ist die Ringelnatter zunehmend gefährdet.

Von der Straße gerettet

Zwischen 80 und 90 cm war dieses prächtige Ringelnatter-Weibchen (rechtes Bild) lang, das sich auf einer wenig befahrenen, asphaltierten Straße sonnte. Dort lief sie jedoch Gefahr, überfahren zu werden. Ausgerüstet mit einem Leinenbeutel gelang es, die Schlange einzufangen. Das ging nicht ohne Gegenwehr vonstatten, die Ringelnatter-Dame „attackierte“ mit Scheinangriffen und schied ihr Analsekret ab. Trotzdem konnte das Tier schon kurz darauf an einem benachbarten Gewässer freigelassen werden.

Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens)

Nahezu unsichtbar ist die Blauflügelige Ödlandschrecke, wenn sie am Boden sitzt. Schwarzbraune Flecken unterschiedlicher Größe sind so über den Körper verteilt, dass sie völlig mit dem Untergrund verschmilzt. Sie meidet dicht bewachsenes Gelände und heißt damit zu Recht Ödlandschrecke. Zu ihrem Lebensraum gehören Trockenrasen und Kiesflächen bis hin zu felsigem Untergrund mit sehr magerer Vegetation. Sie verlässt sich auf ihre Tarnung und flieht erst im letzten Augenblick, wenn sich ein Fressfeind oder ein menschlicher Schuh nähern.
Die Ödlandschrecke zeigt ihre leuchtend hellblauen Hinterflügel während eines ganz kurzen Fluges, der eher an einen Sprung erinnert. Noch in der Luft zieht das Tierchen die blauen Hinterflügel unter die tarnfarbenen Deckflügel, sodass nur ein kurzes blaues Blinken zu sehen ist.

Fressfeinde sind nahezu alle Insekten fressenden Vögel, aber auch Eidechsen, die im gleichen Lebensraum meist recht häufig sind. Die Ödlandschrecke hingegen ist reiner Vegetarier; sie ernährt sich von den spärlich vorhandenen Pflanzen in ihrem Lebensraum.

Im Naturschutzgebiet Hainberg sind diese kleinen Tiere im Sommer noch recht häufig zu sehen!

Hosenbiene (Dasypoda) auf Schmuckkörbchen (Cosmos bipinnatus)

Es handelt sich vermutlich um ein Weibchen der Art Dasypoda hirtipes.

Sie ist von den seltenen Hosenbienen noch die häufigste Art. Aber auch sie ist durch unseren Umgang mit der Natur gefährdet: Sandige Flächen werden kultiviert, blütenreiche Brachen verschwinden. Selbst wenn Sand- und Kiesgruben als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden, ist der Schutz der Hosenbienen nicht automatisch gesichert, da offene Flächen schnell verbuschen und so für diese bodennistenden Bienen nicht mehr nutzbar sind.

Ein Weibchen dieser Art stellt jeden Tag eine Brutzelle fertig - sie braucht mindestens sechs Sammelflüge, um die Nahrung für diese eine Larve zu sammeln. Brutzellen, die nicht an einem Tag fertig werden, werden aufgegeben.

Beobachtet und fotografiert wurde dieses fleißige Bienchen in Oberasbach.

Große Pechlibelle (Ischnura elegans)

Eine Flügelspannweite von bis zu 70 cm hatten die Riesenlibellen vor rund 300 Millionen Jahren am Ende des Karbon. Ein Sauerstoffgehalt in der Luft von rund 30 Prozent machte dies möglich. Heute sind unsere Libellen viel kleiner aber dadurch nicht weniger faszinierend!

Die Große Pechlibelle ist eine Gattung der Schlanklibellen innerhalb der Kleinlibellen.

Bei den Weibchen der Großen Pechlibelle treten verschiedene, teilweise stark farbige Varianten auf. Große Pechlibellen sind sehr anspruchslos, kommen vorwiegend an stehenden Gewässern aller Art vor und jagen verschiedene Kleininsekten aber auch andere Kleinlibellen. Sie sind in Bayern nicht gefährdet und auch im Landkreis Fürth noch häufig anzutreffen. Im Gegensatz zu anderen Schlanklibellen erfolgt die Eiablage nicht im Tandem mit dem Männchen, das Weibchen legt ihre Eier vielmehr in den Abendstunden allein an schwimmenden Pflanzenteilen ab.

Königskerzen

Königskerzen gehören zu den ältesten Arzneipflanzen.

Die Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum) soll gegen entzündliche Erkrankungen der Luftwege, wie Bronchitis mit trockenem Husten, helfen. Die zweijährige Pflanze kann bis zu 3 Meter hoch werden und blüht nur einmal. Sie  besiedelt sonnige, landwirtschaftlich nicht genutzte Biotope, wie Wegraine, Schuttflächen, ehemaligen Abbauflächen, Industriebrachen und Bahndämme. Diese Aufnahme entstand im Naturschutzgebiet Hainberg in unmittelbarer Nähe eines Schotterwegs.1999 war die Großblütige Königskerze Heilpflanze des Jahres.

Die Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum) ist nicht so finster, wie ihr Name vermuten lässt. Wie ihre große Schwester, die Großblütige Königskerze, gilt auch sie als Heilpflanze gegen Reizhusten. Mit einer Wuchshöhe von maximal 120 Zentimetern kommt sie im Hainberg in direkter Nachbarschaft zur Großblütigen Königskerze vor.

Bläulinge (Lycaenidae)

Bläulinge sind eine Familie der Tagfalter mit mehreren tausend Arten, von denen in Deutschland ca. 48 Arten vorkommen.

Dabei handelt es sich meist um kleine bis maximal mittelgroße Schmetterlinge mit einer Flügelspannweite zwischen 20 mm und 35 mm. Die Familie ist nach ihren oft blauen Flügeloberseiten benannt, allerdings gibt es auch Bläulinge, die keine blauen Flügel haben. Die genaue Bestimmung der Art ist schwierig.

Die bei uns in Mittelfranken vorkommenden Bläulingsarten bewohnen unterschiedliche Lebensräume, wie sonniges, offenes Gelände, Hecken und Gebüsche sowie Waldränder.

Auch in Parkanlagen und Gärten kann man sie antreffen.

Klatschmohn (Papaver rhoeas)

Den Klatschmohn (Papaver rhoeas) kennt jedes Kind aus den Büchern oder der Trickfilmserie über die Biene Maja. Als typische Ackerwildpflanze wächst er gerne in Getreidefeldern aber auch an vielen Wegrändern (Hier nahe dem Bahnhof in Roßtal).
Wie sein Verwandter, der Schlafmohn, enthält sein Milchsaft schwache, aber dennoch giftige Alkaloide. Ursprünglich ist der Klatschmohn in den gemäßigten Zonen Nordafrikas und Asiens beheimatet, weil er aber bereits seit der Jungsteinzeit in Europa wächst, gilt er auch bei uns als heimisch.

Der deutsche Name Klatschmohn spielt auf seine dünnen Blüten an, die bei Wind und Regen aneinander klatschen.