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Natur-Steckbriefe

In loser Folge möchten wir Ihnen, passend zur jeweiligen Jahreszeit, kleine Naturschönheiten aus dem Landkreis Fürth vorstellen. Die - natürlich nur fotografisch - gesammelten Schätze finden Sie hier. Sollten Sie eine falsche Information feststellen, geben Sie uns bitte eine kurze Rückmeldung. Die Texte wurden von interessierten Laien nach bestem Wissen und Gewissen erstellt.

Kuhmaul (Gomphidius glutinosus)

Das Kuhmaul, auch Großer Schmierling oder Gelbfuß genannt, ist ein Mykorrhiza-Pilz, d.h. sein Myzel ist mit dem Feinwurzelsystem von Pflanzen in Kontakt. Die Symbiosepartner des Pilzes sind ausschließlich Nadelbäume, und unter diesen vor allem die Gemeine Fichte. Deshalb ist er oft in Fichten-Tannenwäldern und in Buchen-Mischwäldern zu finden. Da er viel Feuchtigkeit benötigt, erscheinen seine Fruchtkörper nur in niederschlagsreichen Jahren von Juli bis November.

Der Hut des Großen Schmierlings ist zunächst halbkugelig, danach gewölbt und zuletzt flach ausgebreitet. Er erreicht einen Durchmesser von drei bis acht Zentimetern. Anfangs ist der Hut dunkel violett- bis sepiagrau oder graubraun. Nach Verschwinden der Schleimhülle erscheint er in der Tönung deutlich heller und eher fleischfarben. Die Oberfläche ist glatt und mit einer zähen Schleimschicht bedeckt, die Huthaut ist leicht abziehbar. Die Lamellen sind erst hellgrau gefärbt, werden aber später immer dunkler.

Der Große Schmierling gilt als guter Speisepilz!

Bitte denken Sie daran, nur Pilze zu sammeln, die Sie sicher bestimmen können, denn schwere Pilzvergiftungen nehmen in Deutschland ständig zu!

 

Teichfrosch (Pelophylax esculentus)

Der Teichfrosch, der im Landkreis Fürth noch sehr häufig vorkommt, wird umgangssprachlich auch Wasserfrosch genannt. Eigentlich gehört er zu den Grünfröschen, einem Sammelbegriff für Kleinen Wasserfrosch (Pelophylax lessonae), Seefrosch (Pelophylax ridibundus) und eben den Teichfrosch (Pelophylax esculentus). Der Teichfrosch ist eine Besonderheit, weil seine Eltern ursprünglich der Seefrosch und der Kleine Wasserfrosch sind (Hybridisierung). Durch einige genetische Taschenspielertricks sind die Teichfrösche aber in der Regel auch untereinander fortpflanzungsfähig. Eine Unterscheidung der Grünfroscharten ist für den Laien schwierig, vor allem der Teichfrosch variiert sehr stark. Grünfrösche quaken gerne auch tagsüber: An ihren Rufen kann man die Arten am besten unterscheiden. Außerdem besitzt der Seefrosch graue Schallblasen, Kleiner Wasserfrosch und Teichfrosch haben weiße.

Der Teichfrosch ist relativ eng an Gewässer gebunden, unternimmt aber auch längere Landgänge und überwintert wohl ganz überwiegend terrestrisch in Erdhohlräumen. Als Laich- und Wohngewässer werden offene Stillgewässer bevorzugt, vor allem Weiher und naturnahe Teiche, wo sich die Frösche am Uferrand oder auf Seerosenblättern sitzend sonnen und nach Insekten Ausschau halten. Bei Gefahr springen sie in typischer Wasserfroschmanier mit einem weiten Satz ins Wasser und verbergen sich im Schlamm.

Die Paarungszeit liegt im Mai und Juni, ist also sehr spät. Seine Nahrung besteht aus Insekten und anderen Wirbellosen (Spinnen, Würmer, Schnecken etc.). Er ist aber auch in der Lage, unter Wasser kleinere Fische oder auch Kaulquappen anderer Amphibien zu erbeuten. In ökologisch sensiblen Laichgewässern ist er deshalb nicht unproblematisch.

Kreuzotter (Vipera berus)

Die Kreuzotter ist die einzige Giftschlange, die auch im Landkreis Fürth vorkommt, da die zweite Giftschlange Deutschlands, die Aspisviper, in ganz Bayern fehlt.
Kreuzottern haben eine X- oder V-förmige Kopfzeichnung, ein durchgehendes Zickzackband auf dem Rücken und senkrecht geschlitzte Pupillen. Weibliche Tiere haben während des ganzen Jahres eine braune Grundfärbung, Männchen im Frühsommer ein leuchtend hellgraues Hochzeitskleid.Es treten auch Schwärzlinge (melanistische Exemplare) auf, die in manchen Gebieten Bayerns, wie z.B. in Teilen des Bayerischen Waldes und in den oberbayerischen Mooren 50% und im Allgäu 80% der Bestände erreichen können.
Kreuzottern werden bis zu 85 cm lang, 200 g schwer und erreichen im Terrarium ein Alter von über 20 Jahren. In der freien Wildbahn ist über die Lebenserwartung wenig bekannt.
Die Nahrung besteht überwiegend aus Kleinsäugern, Gras-, Moor- und Grünfröschen sowie Wald- und Zauneidechsen. Damit tragen auch die Bestandsabnahmen bei den Amphibien und Reptilien zum Rückgang der Kreuzotter bei.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Kreuzotter in Bayern weit verbreitet und häufig. Ihr Rückgang setzte mit der Intensivierung der Landwirtschaft nach dem zweiten Weltkrieg ein. Auch die Änderung in der Waldbewirtschaftung lässt die Lebensräume schrumpfen. Da die Wildschweine zu den Fressfeinden der Kreuzottern gehören, gefährden deren starke Bestandszunahme die Kreuzottern zusätzlich.

Verhalten und Giftigkeit der Kreuzotter

Da bei uns, im Gegensatz zum oberbayerischen Raum, Moore weitgehend fehlen, kommen die Inselpopulationen der Kreuzotter im Landkreis Fürth normalerweise in lichten Waldbereichen und Waldlichtungen mit Zwergsträuchern, wie Heidelbeere und Besenheide, vor. Man kann ihr aber auch auf sonnigen Waldwegen, an Waldrändern, auf Magerwiesen und an Abbaustellen mit direktem Kontakt zum Wald begegnen.

Nähert man sich einem Tier, so verlässt es sich zunächst auf seine hervorragende Tarnung und bleibt reglos liegen. Bei Unterschreitung der Fluchtdistanz zieht sich die Kreuzotter normalerweise unter Zwergsträucher, Totholz oder Altgras zurück und vermeidet damit den direkten Kontakt mit dem Menschen.

Eine Gefahr, gebissen zu werden, besteht hauptsächlich, wenn man versehentlich auf ein Tier tritt, sich ihm schnell nähert oder gar nach ihm greift. Das Tier wird dann unter Umständen blitzartig zubeißen. Einen „Fangbiss“ im Daumenbereich haben sich auch erfahrene Herpetologen schon zugezogen.
Das bedeutet im Umkehrschluss, dass man vor allem beim Beeren und Pilze sammeln schauen sollte, wo man hin greift und hin tritt. Auch festes Schuhwerk und lange Hosen sind anzuraten. Vierbeinige Begleiter sollten stets angeleint werden, um ihnen unliebsame und schmerzhafte Begegnungen mit Kreuzottern zu ersparen. Eine Daumenregel lautet: Je kleiner der Hund, desto größer die Giftwirkung.

Das Gift der Kreuzotter, das sie in ihren Giftdrüsen produziert und über ihre Röhrengiftzähne wie über Kanülen injiziert, wirkt vorwiegend auf das Blut und Gefäßsystem (zytotoxische Wirkung), es enthält aber auch neurotoxische Enzyme. Es dient vor allem zum Töten der Beute und zur Einleitung der Verdauung vor dem Verschlingen (Vorverdauung der Beute außerhalb des Schlangenkörpers).

Die wenigen Bissunfälle beim Menschen enden seltenst tödlich. Der letzte eindeutige Todesfall in Bayern, der auf einen Biss durch eine Kreuzotter zurückzuführen ist, liegt über 50 Jahre zurück. Es kommt immer auf die körperliche Konstitution des Gebissenen, auf die betroffene Körperregion und die Giftmenge an. Etwa 30% der Bisse sind „trockene“ Bisse.
Wird man gebissen, zeigen zwei nebeneinander liegende Bissmarken die Stelle des Schlangenbisses an. Der Giftbiss ist äußerst schmerzhaft und das Gift verursacht beim Menschen meist Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und lokale Blutungen und schwächt den Kreislauf. Im Extremfall kann es zu einem Schock kommen. Um die Bissmarken herum kommt es meist zu einer schmerzhaften Schwellung, manchmal auch einem Ödem.
Nach einem Biss ist es wichtig, die Ruhe zu bewahren und körperliche Anstrengungen zu vermeiden. Auch wenn es zu keinen schweren Symptomen kommt, sollte man unbedingt zeitnah einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen.

Das Jahr der Kreuzotter

Die Aktivitätsperiode der Kreuzottern in Bayern erstreckt sich von Mitte März bis Mitte Oktober. In sehr warmen Jahren mit früher Schneeschmelze wurden auch schon Tiere Anfang Februar gesichtet. Die Männchen erscheinen in der Regel 1-3 Wochen vor den Weibchen, im Herbst gibt es keine geschlechtsspezifischen Aktivitätsunterschiede.

Nach dem Verlassen der Winterquartiere beginnt die Frühjahrssonnperiode, die bei den Männchen auch für die Spermienreifung wichtig ist. Der Aktivitätsradius beider Geschlechter an den Frühjahrssonnplätzen in unmittelbarer Nähe der Winterquartiere beträgt nur wenige Quadratmeter. Kurz vor der Paarungszeit kommt es bei den Männchen zu einer hormonell bedingten „Hochzeitshäutung“, nach der sie meist in sehr kontrastreichen Farben erscheinen.

Zwischen Mitte April und Anfang Mai wechseln die Tiere zu den Paarungsplätzen, die mehrere Kilometer von den Winterquartieren entfernt liegen können. Die Paarungsplätze werden von den einzelnen Populationen traditionell über mehrere Generationen hinweg genutzt. Nach der Paarung wandern die Männchen und nicht-trächtigen Weibchen in ihre Sommerreviere, die bis zu 1 km vom Paarungsplatz entfernt liegen und pro Individuum je nach Beutedichte ein Areal zwischen 1 und 20 ha umfassen. Die trächtigen Weibchen bleiben während des Sommers am oder in der Nähe des Paarungsplatzes, wo sie sehr kleine Bereiche von unter 10 m2 nutzen. Zwischen Anfang August und Anfang Oktober werden zwischen 4 und 15 lebende Junge geboren. Diese sind etwa 15 cm lang und bleistiftdick. Die Weibchen, die im 3.-4. Jahr geschlechtsreif werden, reproduzieren nur alle 2-3 Jahre. Männchen nehmen in jedem Jahr an der Fortpflanzung teil.

Ab Mitte Oktober kehren die Kreuzottern zu ihren Winterquartieren zurück.

Weiden

Die Weiden (Salix) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Weidengewächse (Salicaceae) und umfassen etwa 450 Arten. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die nördliche gemäßigte Zone bis zur Arktis. Den meisten von uns sind sie durch ihre Palmkätzchen bekannt. Unter den Weidengewächsen finden sich Bäume, Sträucher und Zwergsträucher. Die Trauerweide mit ihren langen rutenförmigen Zweigen wächst oft an Ufern, in Auen, Überschwemmungsgebieten und auf feuchten Böden - sie ist somit ein guter Wasseranzeiger.
Die Blüten werden von Bienen und anderen nektarsammelnden Insekten aufgesucht und bestäubt. Für Hummeln, Wildbienen und die Honigbiene sind insbesondere die frühblühenden Arten sehr wichtig, da es so früh im Jahr wenig andere Nektar- und Pollenspender gibt.
Weidensamen sind die wohl kleinsten einheimischen Gehölzsamen (zwischen 1 und 1,5 Millimeter lang und 1/5 Millimeter breit) und sind von einem Haarkranz umgeben.
Die Ausbreitung erfolgt durch den Wind. Baumweiden produzieren jedes Jahr hunderttausende Samen.

Blutpflaume

Es ist Frühling – auch im Landkreis Fürth.
Die Blutpflaume (Prunus cerasifera nigra) stammt, wie die verwandte Kirschpflaume (Prunus cerasifera), ursprünglich vom Balkan und aus Klein- und Mittelasien.
Sie ist ein relativ kleiner Baum, der bereits im März - etwa zur gleichen Zeit wie die Schlehe (Prunus spinosa) -  blüht. Sie blüht also deutlich vor Kirsche, Apfel und Birne. Ihre rosa Blüten bieten sowohl Bienen als auch verschiedenen Schmetterlingsarten einen reich gedeckten Tisch.
Die roten Früchte werden in türkischen Obst- und Gemüsemärkten unreif zum Frischverzehr verkauft. Man kann aus ihnen auch eine süß-saure Marmelade herstellen.
Da es sich bei Blut- und Kirschpflaume um kaum durch Zucht selektierte Arten handelt, sollte man keine allzu hohen Erwartungen an den Geschmack haben. Die Früchte sind meistens zuerst sauer und werden bei Vollreife schnell mehlig.
Das Foto entstand am Straßenrand unweit eines Feuchtbiotops am Farrnbach.

Tagpfauenauge (Aglais io)

Das Tagpfauenauge gehört zur Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Io war einee Geliebte des Zeus aus der griechischen Mythologie – von ihr leitet sich der Artname ab.

Das Tagpfauenauge bringt in warmen Gebieten meist zwei Generationen pro Jahr hervor. Die Falter überwintern an dunklen, feuchten Orten, z.B. in Höhlen oder in Fuchsbauten und paaren sich im Frühjahr. Im Mai sucht das Weibchen einen besonnten, etwas feucht stehenden Brennesselbestand auf. Hier legt es ihre Eier in einem dichten Haufen an der Blattunsterseite ab. Die Art kommt offensichtlich mit den Veränderungen unserer Kulturlandschaft gut zurecht. Ihre Raupen ernähren sich von der stickstoffliebenden und verbreiteten Brennnessel. Ab Juli schlüpft die erste Generation und saugt meist den Nektar violett blühender Pflanzen, vor allem Disteln.
Tagpfauenaugen kommen in Waldnähe, aber auch in menschlichen Siedlungen und vielen anderen Lebensräumen vor und sind noch relativ häufig. Zusammen mit dem Kleinen Fuchs zählt das Tagpfauenauge bei uns zu den häufigsten Schmetterlingen.

Bluthasel (Corylus maxima Purpurea)

Die Blütezeit der Bluthasel erstreckt sich von März bis April, in milden Wintern auch etwas früher. Die männlichen Blütenkätzchen sind dank ihrer roten Farbe sehr auffällig. Diese rotlaubige Variante der südost-europäischen Lambertsnuss bevorzugt feuchte bis trockene, nahrhafte Böden und bildet essbare Nüsse (Haselnüsse) aus. Corylus maxima Purpurea ist sehr winterhart.

"Unseren Bluthasel hat letzten Herbst ein Eichhörnchen tagelang systematisch abgeerntet. Die Nüsse hat das Tierchen in unserem Garten und in den Gärten der Nachbarn deponiert. Es war so in die Ernte vertieft, dass ich mich bis auf zwei Meter nähern durfte ohne dass es flüchtete. Jetzt im Winter kann ich das Eichhörnchen alle paar Tage dabei beobachten, wie es seine Depots besucht und Nüsse entnimmt. Meine Spende des gesamten Ertrages dieses Strauches war also gut angelegt." Uwe Hammon

 

Klatschmohn (Papaver rhoeas)

Den Klatschmohn (Papaver rhoeas) kennt jedes Kind aus den Büchern oder der Trickfilmserie über die Biene Maja. Als typische Ackerwildpflanze wächst er gerne in Getreidefeldern aber auch an vielen Wegrändern (Hier nahe dem Bahnhof in Roßtal).
Wie sein Verwandter, der Schlafmohn, enthält sein Milchsaft schwache, aber dennoch giftige Alkaloide. Ursprünglich ist der Klatschmohn in den gemäßigten Zonen Nordafrikas und Asiens beheimatet, weil er aber bereits seit der Jungsteinzeit in Europa wächst, gilt er auch bei uns als heimisch.

Der deutsche Name Klatschmohn spielt auf seine dünnen Blüten an, die bei Wind und Regen aneinander klatschen.

Spitzahorn (Acer platanoides)

Der Spitzahorn ist ein Baum aus der Gattung der Ahorne (Acer). Er ist in deutschen Städten und Dörfern häufig und fällt besonders zu Frühlingsbeginn durch eine Vielzahl gelbgrüner Blütendolden auf, die noch vor dem Laubaustrieb die Straßen, Plätze und Parks in ein frisches, helles Grün tauchen, während viele andere Bäume noch weitgehend kahl sind. Im Herbst beeindruckt er durch seine herrliche Laubfärbung.

Die Früchte des Ahorns sind als Nasenzwicker bekannt. Kinder setzen sie sich gern auf die Nase. Die aerodynamische Form des biologischen Hubschraubers sorgt dafür, dass sich die Früchte durch den Wind verbreiten. Das Verbreitungsfeld kann so groß wie ein Fußballfeld sein.

Der Spitzahorn erreicht eine durchschnittliche Wuchshöhe von 20 bis 30 Metern und kann bis 200 Jahre alt werden.

Ringelnatter (Natrix natrix)

Obwohl einige der giftigsten Schlangen der Welt, wie die Mambas und die Kobras, zu den Nattern zählen, ist die Ringelnatter für den Menschen völlig harmlos. Sie ist ungiftig und überhaupt nicht aggressiv.

Kommt man ihr zu nahe, versucht sie zunächst zu fliehen. Gelingt die Flucht nicht, versucht sie den Gegner durch Scheinangriffe mit geschlossenem Maul zu beeindrucken und scheidet ein übel riechendes Sekret aus der Analdrüse ab. Schließlich stellt sie sich tot, dabei legt sich die Natter schlaff auf den Rücken und lässt manchmal dabei auch die Zunge heraushängen. Sobald der Feind kein Interesse mehr zeigt, macht sich die Schlange blitzschnell aus dem Staub. Ganz anders sieht es für Amphibien und deren Larven aus, die zu ihren Beutetieren gehören.

Ringelnattern sind auch im Landkreis Fürth noch recht häufig in Wassernähe anzutreffen, wo sie bevorzugt jagen. Trotzdem bekommt man das überaus scheue Tier selten zu Gesicht. Durch den starken Rückgang von Feuchtgebieten ist die Ringelnatter zunehmend gefährdet.

Von der Straße gerettet

Zwischen 80 und 90 cm war dieses prächtige Ringelnatter-Weibchen (rechtes Bild) lang, das sich auf einer wenig befahrenen, asphaltierten Straße sonnte. Dort lief sie jedoch Gefahr, überfahren zu werden. Ausgerüstet mit einem Leinenbeutel gelang es, die Schlange einzufangen. Das ging nicht ohne Gegenwehr vonstatten, die Ringelnatter-Dame „attackierte“ mit Scheinangriffen und schied ihr Analsekret ab. Trotzdem konnte das Tier schon kurz darauf an einem benachbarten Gewässer freigelassen werden.

Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens)

Nahezu unsichtbar ist die Blauflügelige Ödlandschrecke, wenn sie am Boden sitzt. Schwarzbraune Flecken unterschiedlicher Größe sind so über den Körper verteilt, dass sie völlig mit dem Untergrund verschmilzt. Sie meidet dicht bewachsenes Gelände und heißt damit zu Recht Ödlandschrecke. Zu ihrem Lebensraum gehören Trockenrasen und Kiesflächen bis hin zu felsigem Untergrund mit sehr magerer Vegetation. Sie verlässt sich auf ihre Tarnung und flieht erst im letzten Augenblick, wenn sich ein Fressfeind oder ein menschlicher Schuh nähern.
Die Ödlandschrecke zeigt ihre leuchtend hellblauen Hinterflügel während eines ganz kurzen Fluges, der eher an einen Sprung erinnert. Noch in der Luft zieht das Tierchen die blauen Hinterflügel unter die tarnfarbenen Deckflügel, sodass nur ein kurzes blaues Blinken zu sehen ist.

Fressfeinde sind nahezu alle Insekten fressenden Vögel, aber auch Eidechsen, die im gleichen Lebensraum meist recht häufig sind. Die Ödlandschrecke hingegen ist reiner Vegetarier; sie ernährt sich von den spärlich vorhandenen Pflanzen in ihrem Lebensraum.

Im Naturschutzgebiet Hainberg sind diese kleinen Tiere im Sommer noch recht häufig zu sehen!

Hosenbiene (Dasypoda) auf Schmuckkörbchen (Cosmos bipinnatus)

Es handelt sich vermutlich um ein Weibchen der Art Dasypoda hirtipes.

Sie ist von den seltenen Hosenbienen noch die häufigste Art. Aber auch sie ist durch unseren Umgang mit der Natur gefährdet: Sandige Flächen werden kultiviert, blütenreiche Brachen verschwinden. Selbst wenn Sand- und Kiesgruben als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden, ist der Schutz der Hosenbienen nicht automatisch gesichert, da offene Flächen schnell verbuschen und so für diese bodennistenden Bienen nicht mehr nutzbar sind.

Ein Weibchen dieser Art stellt jeden Tag eine Brutzelle fertig - sie braucht mindestens sechs Sammelflüge, um die Nahrung für diese eine Larve zu sammeln. Brutzellen, die nicht an einem Tag fertig werden, werden aufgegeben.

Beobachtet und fotografiert wurde dieses fleißige Bienchen in Oberasbach.

Große Pechlibelle (Ischnura elegans)

Eine Flügelspannweite von bis zu 70 cm hatten die Riesenlibellen vor rund 300 Millionen Jahren am Ende des Karbon. Ein Sauerstoffgehalt in der Luft von rund 30 Prozent machte dies möglich. Heute sind unsere Libellen viel kleiner aber dadurch nicht weniger faszinierend!

Die Große Pechlibelle ist eine Gattung der Schlanklibellen innerhalb der Kleinlibellen.

Bei den Weibchen der Großen Pechlibelle treten verschiedene, teilweise stark farbige Varianten auf. Große Pechlibellen sind sehr anspruchslos, kommen vorwiegend an stehenden Gewässern aller Art vor und jagen verschiedene Kleininsekten aber auch andere Kleinlibellen. Sie sind in Bayern nicht gefährdet und auch im Landkreis Fürth noch häufig anzutreffen. Im Gegensatz zu anderen Schlanklibellen erfolgt die Eiablage nicht im Tandem mit dem Männchen, das Weibchen legt ihre Eier vielmehr in den Abendstunden allein an schwimmenden Pflanzenteilen ab.

Königskerzen

Königskerzen gehören zu den ältesten Arzneipflanzen.

Die Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum) soll gegen entzündliche Erkrankungen der Luftwege, wie Bronchitis mit trockenem Husten, helfen. Die zweijährige Pflanze kann bis zu 3 Meter hoch werden und blüht nur einmal. Sie  besiedelt sonnige, landwirtschaftlich nicht genutzte Biotope, wie Wegraine, Schuttflächen, ehemaligen Abbauflächen, Industriebrachen und Bahndämme. Diese Aufnahme entstand im Naturschutzgebiet Hainberg in unmittelbarer Nähe eines Schotterwegs.1999 war die Großblütige Königskerze Heilpflanze des Jahres.

Die Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum) ist nicht so finster, wie ihr Name vermuten lässt. Wie ihre große Schwester, die Großblütige Königskerze, gilt auch sie als Heilpflanze gegen Reizhusten. Mit einer Wuchshöhe von maximal 120 Zentimetern kommt sie im Hainberg in direkter Nachbarschaft zur Großblütigen Königskerze vor.

Bläulinge (Lycaenidae)

Bläulinge sind eine Familie der Tagfalter mit mehreren tausend Arten, von denen in Deutschland ca. 48 Arten vorkommen.

Dabei handelt es sich meist um kleine bis maximal mittelgroße Schmetterlinge mit einer Flügelspannweite zwischen 20 mm und 35 mm. Die Familie ist nach ihren oft blauen Flügeloberseiten benannt, allerdings gibt es auch Bläulinge, die keine blauen Flügel haben. Die genaue Bestimmung der Art ist schwierig.

Die bei uns in Mittelfranken vorkommenden Bläulingsarten bewohnen unterschiedliche Lebensräume, wie sonniges, offenes Gelände, Hecken und Gebüsche sowie Waldränder.

Auch in Parkanlagen und Gärten kann man sie antreffen.

Schwefelköpfe (Hypholoma)

Neben den Tieren (Animalia) und den Pflanzen (Plantae) bilden die Pilze (Fungi) das dritte große Reich eukaryotischer Lebewesen. Als Eukaryoten bezeichnet man Lebewesen, deren Zellen einen Zellkern haben – das unterscheidet sie von den Bakterien und Urbakterien. Die Pilze sind wie die Pflanzen sesshaft, können jedoch keine Photosynthese betreiben. Daher müssen sie sich wie Tiere durch die Aufnahme organischer Substanzen ernähren. Pilze sind näher mit den Tieren als mit den Pflanzen verwandt.

Schwefelköpfe sind kleine bis mittelgroße Pilze und finden sich vorwiegend gesellig auf vermodernden Totholzstrünken. Es handelt sich bei den Schwefelköpfen um Folgezersetzer an Holz und folglich um keine Schmarotzer. Unter den rund 20 Schwefelkopf-Arten, die in Europa vorkommen, sind einige hervorragende Speisepilze, während andere stark giftig sind.

Herbstwald

Absolute Stille herrscht im Herbstwald und das weiche Licht erzeugt eine märchenhafte Stimmung.

Das Laub zeigt sich in kräftigen, erdigen Farben.

Die Laubfärbung ist ein Schutzmechanismus unserer Laubbäume. Das leuchtende Farbenspiel des Herbstes beruht auf einer Änderung der Mengenverhältnisse der Blattfarbstoffe. Im Frühling und Sommer überwiegt der grüne Farbstoff Chlorophyll. Mit dem Verschwinden des Chlorophylls kommen jetzt die anderen Pigmente voll zur Geltung und verursachen die beeindruckende herbstliche Laubfärbung. Außerdem werden Nährstoffe abgebaut und wichtige Elemente wie Phosphor, Eisen, Kalium und Stickstoff in lebende Stamm-, Ast- und Wurzelbereiche verlagert.

Zuletzt werfen unsere sommergrünen Laubgehölze die Blätter ab, um sich auf den winterlichen Wassermangel vorzubereiten, da über ihre Blätter ein großer Teil des durch die Wurzeln aufgesogenen Wassers verdunstet. Im Winter gefriert der Boden und es entsteht die Frosttrockenheit. Die Pflanzen würden langsam austrocknen, wenn sie sich ihrer Blätter nicht entledigen würden.

Der Blattabwurf hat noch weitere Vorteile für die Pflanzen:er entsorgt giftige Stoffwechsel-Endprodukte und gespeicherte Umweltgifte.

Hagebutten

Hagebutten sind Scheinfrüchte, die ähnlich wie Erdbeeren aus zahlreichen Nüsschen bestehen. Alle Arten der Gattung Rosen (Rosa) bilden Hagebutten aus. Die Rosen produzieren trotz ihrer oft großen, auffälligen und wohlduftenden Blüten nur in Einzelfällen Nektar. Die Blüten werden vorwiegend von pollensammelnden Insekten aufgesucht. Als wichtigste Bestäuber werden Fliegen und Schwebfliegen betrachtet.

Ungefüllte Rosen (z.B. Wildrosen) sind - im Gegensatz zu gefüllten Zuchtrosen - aber nicht nur insektenfreundlich sondern bereichern mit ihren Hagebutten im Herbst und Winter auch den Speiseplan der Gartenvögel. Das Fruchtfleisch der Früchte entsteht aus dem fleischigen Blütenboden. Es ist süßsauer und eine echte Vitaminbombe (unter anderem A, B1, B2 und C).

Ein Nachteil der Wildrosen aus Gärtnersicht ist ihr manchmal unbändiger Wuchs. Aber gerade diese Tatsache, in Verbindung mit ihren vielen Dornen macht diese Sträucher zu sicheren Nistplätzen für Vögel.

Schneeglöckchen (Galanthus)

Schneeglöckchen (Galanthus) bilden eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Amarylisgewächse. Der Name Galanthus ist von den griechischen Wörtern gála für Milch und ánthos für Blüte abgeleitet. Der deutsche Trivialname Schneeglöckchen ist wegen der sehr frühen Blütezeit entstanden – ragen doch die zart anmutenden Büten oft aus dem Schnee.

Alle Pflanzenteile, insbesonders die Zwiebel, enthalten giftige Alkaloide. Mögliche Vergiftungssymptome sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Neben uns Menschen können sich auch Haustiere, wie Hunde, Katzen, Hasen und Meerschweinchen vergiften. Eine kritische Dosis der Gifte ist nicht bekannt.

Die Blüten der Schneeglöckchen bieten eine frühe Nahrungsquelle für Bienen. Die Begeisterung der Tiere hält sich aber in Grenzen sobald andere Blüten (z.B. Krokusse) zur Verfügung stehen,