Zur Startseite

mobiles Umwelterlebniszentrum

Natur-Steckbriefe

In loser Folge möchten wir Ihnen, passend zur jeweiligen Jahreszeit, kleine Naturschönheiten aus dem Landkreis Fürth vorstellen. Die - natürlich nur fotografisch - gesammelten Schätze finden Sie hier. Sollten Sie eine falsche Information feststellen, geben Sie uns bitte eine kurze Rückmeldung. Die Texte wurden von interessierten Laien nach bestem Wissen und Gewissen erstellt.

Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens)

Nahezu unsichtbar ist die Blauflügelige Ödlandschrecke, wenn sie am Boden sitzt. Schwarzbraune Flecken unterschiedlicher Größe sind so über den Körper verteilt, dass sie völlig mit dem Untergrund verschmilzt. Sie meidet dicht bewachsenes Gelände und heißt damit zu Recht Ödlandschrecke. Zu ihrem Lebensraum gehören Trockenrasen und Kiesflächen bis hin zu felsigem Untergrund mit sehr magerer Vegetation. Sie verlässt sich auf ihre Tarnung und flieht erst im letzten Augenblick, wenn sich ein Fressfeind oder ein menschlicher Schuh nähern.
Die Ödlandschrecke zeigt ihre leuchtend hellblauen Hinterflügel während eines ganz kurzen Fluges, der eher an einen Sprung erinnert. Noch in der Luft zieht das Tierchen die blauen Hinterflügel unter die tarnfarbenen Deckflügel, sodass nur ein kurzes blaues Blinken zu sehen ist.

Fressfeinde sind nahezu alle Insekten fressenden Vögel, aber auch Eidechsen, die im gleichen Lebensraum meist recht häufig sind. Die Ödlandschrecke hingegen ist reiner Vegetarier; sie ernährt sich von den spärlich vorhandenen Pflanzen in ihrem Lebensraum.

Im Naturschutzgebiet Hainberg sind diese kleinen Tiere im Sommer noch recht häufig zu sehen!

Hosenbiene (Dasypoda) auf Schmuckkörbchen (Cosmos bipinnatus)

Es handelt sich vermutlich um ein Weibchen der Art Dasypoda hirtipes.

Sie ist von den seltenen Hosenbienen noch die häufigste Art. Aber auch sie ist durch unseren Umgang mit der Natur gefährdet: Sandige Flächen werden kultiviert, blütenreiche Brachen verschwinden. Selbst wenn Sand- und Kiesgruben als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden, ist der Schutz der Hosenbienen nicht automatisch gesichert, da offene Flächen schnell verbuschen und so für diese bodennistenden Bienen nicht mehr nutzbar sind.

Ein Weibchen dieser Art stellt jeden Tag eine Brutzelle fertig - sie braucht mindestens sechs Sammelflüge, um die Nahrung für diese eine Larve zu sammeln. Brutzellen, die nicht an einem Tag fertig werden, werden aufgegeben.

Beobachtet und fotografiert wurde dieses fleißige Bienchen in Oberasbach.

Große Pechlibelle (Ischnura elegans)

Eine Flügelspannweite von bis zu 70 cm hatten die Riesenlibellen vor rund 300 Millionen Jahren am Ende des Karbon. Ein Sauerstoffgehalt in der Luft von rund 30 Prozent machte dies möglich. Heute sind unsere Libellen viel kleiner aber dadurch nicht weniger faszinierend!

Die Große Pechlibelle ist eine Gattung der Schlanklibellen innerhalb der Kleinlibellen.

Bei den Weibchen der Großen Pechlibelle treten verschiedene, teilweise stark farbige Varianten auf. Große Pechlibellen sind sehr anspruchslos, kommen vorwiegend an stehenden Gewässern aller Art vor und jagen verschiedene Kleininsekten aber auch andere Kleinlibellen. Sie sind in Bayern nicht gefährdet und auch im Landkreis Fürth noch häufig anzutreffen. Im Gegensatz zu anderen Schlanklibellen erfolgt die Eiablage nicht im Tandem mit dem Männchen, das Weibchen legt ihre Eier vielmehr in den Abendstunden allein an schwimmenden Pflanzenteilen ab.

Königskerzen

Königskerzen gehören zu den ältesten Arzneipflanzen.

Die Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum) soll gegen entzündliche Erkrankungen der Luftwege, wie Bronchitis mit trockenem Husten, helfen. Die zweijährige Pflanze kann bis zu 3 Meter hoch werden und blüht nur einmal. Sie  besiedelt sonnige, landwirtschaftlich nicht genutzte Biotope, wie Wegraine, Schuttflächen, ehemaligen Abbauflächen, Industriebrachen und Bahndämme. Diese Aufnahme entstand im Naturschutzgebiet Hainberg in unmittelbarer Nähe eines Schotterwegs.1999 war die Großblütige Königskerze Heilpflanze des Jahres.

Die Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum) ist nicht so finster, wie ihr Name vermuten lässt. Wie ihre große Schwester, die Großblütige Königskerze, gilt auch sie als Heilpflanze gegen Reizhusten. Mit einer Wuchshöhe von maximal 120 Zentimetern kommt sie im Hainberg in direkter Nachbarschaft zur Großblütigen Königskerze vor.

Bläulinge (Lycaenidae)

Bläulinge sind eine Familie der Tagfalter mit mehreren tausend Arten, von denen in Deutschland ca. 48 Arten vorkommen.

Dabei handelt es sich meist um kleine bis maximal mittelgroße Schmetterlinge mit einer Flügelspannweite zwischen 20 mm und 35 mm. Die Familie ist nach ihren oft blauen Flügeloberseiten benannt, allerdings gibt es auch Bläulinge, die keine blauen Flügel haben. Die genaue Bestimmung der Art ist schwierig.

Die bei uns in Mittelfranken vorkommenden Bläulingsarten bewohnen unterschiedliche Lebensräume, wie sonniges, offenes Gelände, Hecken und Gebüsche sowie Waldränder.

Auch in Parkanlagen und Gärten kann man sie antreffen.

Klatschmohn (Papaver rhoeas)

Den Klatschmohn (Papaver rhoeas) kennt jedes Kind aus den Büchern oder der Trickfilmserie über die Biene Maja. Als typische Ackerwildpflanze wächst er gerne in Getreidefeldern aber auch an vielen Wegrändern (Hier nahe dem Bahnhof in Roßtal).
Wie sein Verwandter, der Schlafmohn, enthält sein Milchsaft schwache, aber dennoch giftige Alkaloide. Ursprünglich ist der Klatschmohn in den gemäßigten Zonen Nordafrikas und Asiens beheimatet, weil er aber bereits seit der Jungsteinzeit in Europa wächst, gilt er auch bei uns als heimisch.

Der deutsche Name Klatschmohn spielt auf seine dünnen Blüten an, die bei Wind und Regen aneinander klatschen.