Zur Startseite

mobiles Umwelterlebniszentrum

Kinder aus Cadolzburg helfen Zauneidechsen

Eine Idee reift heran

Bereits Anfang dieses Jahres hat die Ortsgruppe Cadolzburg beschlossen, mit einer Gruppe von Kindern eine kleine Ausgleichsfläche für Zauneidechsen in der Nähe des Cadolzburger Bahnhofs zu bauen.
Der Grund dafür war die Tatsache, dass die Deutsche Bahn eine größere Fläche nahe des Bahnhofs verkauft hat. Dieses Areal ist mittlerweile von einem Bauzaun umgeben und wird vermutlich mittelfristig bebaut.
Da sich rund um den Cadolzburger Bahnhof eine größere Population von Zauneidechsen (Lacerta agilis argus) befindet (ca. 100 erwachsene Tiere und deren Nachwuchs), die auch beim Bayerischen Landesamt für Umwelt durch den BN kartiert wurde, steht zu befürchten, dass diesen Tieren ihr natürlicher Lebensraum zumindest teilweise genommen wird.
Mit einer kleinen Ausgleichsfläche wollte die Ortsgruppe Cadolzburg dazu beitragen, den Zauneidechsen zu helfen.

Aller Anfang ist schwer

Die Ortsgruppe hat zwischen dem Bahnhof Cadolzburg und der Bahnstation Egersdorf nach einer geeigneten Fläche gesucht und sich letztendlich für eine Stelle unterhalb der Bahnlinie nahe Egersdorfer Weg 27 entschieden. Sehr schwierig gestaltete sich die Ermittlung des Besitzers der angrenzenden Wiese, da die Gemeinde aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht helfen konnte.
Nachdem der Landwirt nach langer Suche gefunden wurde und seine Zustimmung für unser Projekt gegeben hatte, benötigten wir noch Sand, Steine und die zum Transport notwendige Logistik.
Den Sand durften wir von der ehemaligen Kindertagesstätte Schwalbennest nehmen – den Transport übernahm ein Mitglied mit seinem Pkw samt Anhänger. Die Steine wurden von einem weiteren Mitglied bereitgestellt und mit dem Traktor frei Baustelle geliefert.
Kolleginnen und Kollegen vom BN haben zusammen noch die vorgesehene Fläche von hohem Gras, überhängendem Knöterich und Brennnesseln befreit.

Das Projekt beginnt

Endlich war es so weit und unsere Kindergruppe, bestehend aus 10 Cadolzburger Kindern zwischen 6 und 12 Jahren, konnte loslegen.
An einem ersten regnerischen und kühlen Termin wurden die Kinder in einem lockeren Gespräch über die Abstammung, die Biologie sowie über die Verhaltens- und Lebensweise der Zauneidechsen informiert. Außerdem wurden laminierte Fotos von verschieden gefärbten Zauneidechsen beiderlei Geschlechts gezeigt. Ein kurzes Video über ein Zauneidechsen-Weibchen, das gräbt und anschließend seine Eier legt rundete den Termin ab. Alle Kinder zeigten sich hoch konzentriert und interessiert.
Am zweiten Termin war es heiß und die Sonne brannte gnadenlos vom Himmel.
Gemeinsam wurden der Bodengrund mit Sand angereichert und die Sandsteine aufgeschichtet.
Anschließend wurde, mit einer Schubkarre ausgestattet, in einem angrenzenden Wäldchen gemeinsam mit den Kindern nach Totholz gesucht. Nach dem Aufschichten des Totholzes auf dem vorbereiteten Untergrund war das Projekt beendet. Jetzt hoffen die Kinder, baldmöglichst Eidechsen in ihrem Biotop zu sehen.
Ein noch zu entwerfendes und zu fertigendes Hinweisschild soll den Sinn dieses Projektes der Öffentlichkeit verdeutlichen.

Wanderfalken - live am "Bleistift"!

Seit kurzem überträgt die neu angebrachte Webcam, die letztes Jahr auf dem Cadolzburger Aussichtsturm ("Bleistift") angebracht wurde, einen LIVE Stream aus dem neben ihr hängenden Nistkasten für Wanderfalken. Hier geht's zu den Wanderfalken....

Steckbrief Wanderfalke

Aussehen

Männliche und weibliche Wanderfalken unterscheiden sich in ihrem Federkleid kaum. Erwachsene Wanderfalken sind an einer dunkelblaugrauen Oberseite und einer weißen bis cremefarbenen Unterseite zu erkennen. Hals und der obere Brustbereich können kräftig dunkel gefleckt sein. Von der hellen Kehle sind die dunklen Bartstreifen deutlich abgesetzt. Dieser Kontrast ist bei Jungvögeln deutlich schwächer ausgebildet, weiterhin ist die Unterseite rötlich braun mit dunklen Längsstreifen. Bei ausgewachsenen Wanderfalken ist das Geschlecht am leichtesten über die Körpergröße zu bestimmen. Während Männchen eine Körperlänge von etwa 35 cm haben, können Weibchen bis zu 50 cm groß werden.

Verbreitung/Lebensraum

Der Wanderfalke gehört zu den am weitest verbreiteten Vogelarten, bis auf die Antarktis und einige Inseln wie Neuseeland oder Island ist er überall zu finden. Dies liegt daran, dass er zwar ein hoch spezialisierter Vogeljäger ist, an seinen Lebensraum jedoch kaum Ansprüche stellt. Wanderfalken sind ursprünglich in gebirgige Landschaften und Steilküsten beheimatet, haben in den letzten Jahrzehnten aber auch Städte und alte Industrieanlagen als Lebensraum entdeckt. Dennoch waren Wanderfalken in den 1960er-Jahren in Deutschland fast vollständig ausgestorben, Grund hierfür war ein Insektizid, welches die Eierschalendicke verringerte, wodurch sich in den Eiern die Küken nicht entwickeln konnten. Seit dem Verbot des Insektizides in den 1970er-Jahren und durch intensive Schutzmaßnahmen hat sich der Bestand wieder erholt.

Ernährung

Die Nahrung der Wanderfalken besteht vorwiegend aus kleinen und mittelgroßen Vögeln (z.B. Taube). Welche Arten vor allem als Nahrung dienen, hängt vom lokalen Angebot ab. Wanderfalken jagen am Tag, in städtischen Gebieten ist durch die Straßenbeleuchtung auch eine Jagd in der Nacht möglich. Da es in der Luft keine Möglichkeit gibt, sich auf die Lauer zu legen nutzen die Wanderfalken ihre Schnelligkeit als Überraschungsmoment. Im Sturzflug erreicht der Falke bis zu 300 km/h – Rekord im Tierreich! Oftmals kommt die Beute durch den Zusammenstoß mit den Falken zu Tode, sofern das Opfer nur betäubt ist, wird es durch einen Genickbiss getötet.

Fortpflanzung

Wanderfalken bleiben ihrem Partner und ihrem Brutplatz über viele Jahre lang treu. Etwa sechs Wochen vor der Eiablage beginnt das Männchen, um das Weibchen zu balzen, indem er es mit Beute versorgt, auch Flüge mit gegenseitigem Umkreisen und Verhaken gehören zum Balzverhalten der Tiere. Zum Höhepunkt der Balz zeigt das Männchen dem Weibchen den potenziellen Brutplatz. Im März legt das Weibchen 2-4 Eier, nach etwa einem Monat schlüpfen die Küken. Mit dem Schlüpfen werden die Küken von Tag zu Tag selbstständiger, ab Mai werden die Küken flügge, halten sich aber noch in der Nähe des Horstes auf und werden weiterhin von den Elterntieren mit Futter versorgt. Anfang August löst sich der Familienverbund schließlich auf.

Über das Projekt

Am Aussichtsturm ziehen seit vielen Jahren Wanderfalken ihre Jungen groß. Als der Turm in den Jahren 2020 und 2021 saniert wurde, kam vom Deutschen Falkenoden (DFO) der Vorschlag, eine Webcam zur Beobachtung der Kükenaufzucht einzurichten. Durch LEADER-Fördermittel aus dem Projektfond „Unterstützung Bürgerengagement“ und durch eine Spende der Cadolzburger Cadolzburger Ortsgruppe des BUND Naturschutz konnte der DFO das Projekt finanziell tragen. Der Markt Cadolzburg stellte in Zuge der Turmsanierung die Strom- und Internetversorgung her. Darüber hinaus wurden der Brutkasten sowie das Anfluggitter erneuert.

Auf Grund der Sanierungstätigkeit wurde der Aussichtsturm im Jahr 2021 von den Falken nicht angenommen, nun wird er von einem neuen Falkenpaar als Brutplatz genutzt. Aktuell brütet das Paar mehrere Eier aus, mit dem Schlüpfen der Küken wird Anfang April gerechnet. Damit die Aufzucht ungestört erfolgen kann, wurde ein Teil der Aussichtsplattform gesperrt.

Die Brut der Falken kann auf den Webseiten des bayrischen Landesverbandes des DFO, des BUND Ortsgruppe Cadolzburg und auf der Homepage des Marktes Cadolzburg beobachtet werden.

Gedenkbaum gepflanzt

In Gedenken an unser langjähriges und sehr aktives Mitglied Gerd Bischoff, der leider letztes Jahr verstorben ist, hat die BN Ortsgruppe Cadolzburg einen Apfelbaum gepflanzt. Ende November konnte er mit einer entsprechenden Gedenktafel versehen werden. Nachdem es bereits beim Pflanzen ordentlich geregnet hat und auch ein notwendiger Verbissschutz angebracht wurde, wünschen wir dem Baum ein langes Leben.

Breites Bündnis für Tempo 30

In Cadolzburg hat sich in 2021 ein parteiübergreifendes Bündnis für Tempo 30 auf der ganzen Ortsdurchfahrt gegründet.

Die Geschwindigkeit auf der Staatsstraße St2409 wurde 2018 für einen Modellversuch auf Tempo 30 abgesenkt. Der Modellversuch sollte untersuchen, ob Tempo 30 auf verkehrsreichen Straßen den Radverkehr fördern kann. Die Ergebnisse dieses Modellversuches wurden noch nicht öffentlich vorgestellt, aber trotzdem die Schilder bereits ohne erkennbaren Grund abgebaut.

Die Praxis von Tempo 30 auf der Cadolzburger Ortsdurchfahrt wirkte sich für viele Verkehrsteilnehmer:innen positiv aus: So profitierte nicht nur der Radverkehr bei Tempo 30 von mehr Sicherheit, sondern auch die Fußgänger:innen, darunter Senior:innen, Familien, Schulkinder und Tourist:innen.

Wir wollen Tempo 30 nicht wieder aufgeben, sondern erhalten und ausbauen! Bereits jetzt ruft das Bündnis daher alle motorisierten Verkehrsteilnehmer:innen dazu auf, ihre Geschwindigkeit freiwillig auf 30 km/h zu beschränken. Wir rufen alle auf, sich unserer Aktion anzuschließen: Gemeinsam Tempo 30 für Cadolzburg!

Unterschriftenaktion für Tempo 30

Beteiligen Sie sich an der Forderung von Tempo 30 auf der Ortsdurchfahrt Cadolzburg. Hier geht es zur Tempo 30 - Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/tempo-30-in-cadolzburg-auf-der-staatstrasse-2409-in-der-kompletten-ortsdurchfahrt

Städteinitiative"Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten"

Anfang des Jahres 2022 erfolgte der Beitritt des Marktes Cadolzburg zu dieser Initiative des Deutschen Städtetages, in die, seit ihrer Gründung im Juli 2021, bereits mehr als 70 Städte aufgenommen wurden. Gleichzeitig werden bis Ende März 2022 die Tempo 30 - Zonen in Cadolzburg ausgeweitet.

Radvorbereisung zum AGFK-Beitritt des Marktes Cadolzburg

Biberspuren in Egersdorf

Bei amphibischer Witterung folgte eine (bewusst) kleine Gruppe dem Aufruf der BUND Naturschutz Ortsgruppe Cadolzburg zu einer Biberführung mit unserem Experten Bruno Wirlitsch ins "Egersdorfer Biotop". Private Grundstückseigner haben rund um ein Regenrückhaltebecken ein kleines Areal geschaffen, das nicht nur dem Biber, sondern auch zahlreichen Vögeln, Amphibien und Reptilien als Lebensraum dient.

Einhundert Jahre nach seiner Ausrottung ist der Biber 1966 in Bayern wieder angesiedelt worden. Seither hat er sich über die Flusssysteme bis in die Oberläufe von Bächen ausgebreitet - seit gut einem Jahrzehnt ist er auch bei uns im Landkreis wieder heimisch. Bei unserer Führung konnten wir dem vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiven Tier nicht persönlich begegnen, doch seine Fußspuren im Schlamm des benachbarten Weihers waren ebenso zu sehen wie der eindrucksvolle Bau, Biberrutschen, Verbissspuren an Bäumen und sein Damm am Bach.

Anfangs wurde der Nager angefeindet. Heute hat man sich mit ihm arrangiert. Der Biber bewohnt ein Gebiet von bis zu 800 Metern Länge und lebt für gewöhnlich in Kleinfamilien, wobei die Jungen nach zwei Jahren verstoßen werden und sich ein eigenes Revier suchen müssen, was zunehmend schwieriger wird. Er ist ein Landschaftsgestalter, der für viele verschiedene Lebensräume und damit eine hohe Artendiversität sorgt. Damit wirkt er direkt dem aktuellen Artenschwund entgegen.

"ISEK": Verkehr, Wohnen, Tourismus

2018 fand in Cadolzburg die Bürgerbeteiligung zum ISEK-Verfahren (Integriertes Städtebauliches Entwicklungsprojekt) statt, das die Weichen für die Entwicklung Cadolzburgs in den nächsten 10 bis 20 Jahren stellt . Federführend bei der Planung ist das Projektbüro P4.

Bund Naturschutz ist Bindeglied

Die BN Ortsgruppe Cadolzburg ist als eine von 19 Institutionen mit Dieter Burock und Margareta Wittmann in der Lenkungsgruppe vertreten, die ein Bindeglied zwischen Gemeinderat und Bürger:innen darstellt. In dieser Funktion hatten wir bereits Ende 2017 folgende Vorschläge eingebracht:  Radkonzept, verschiedene Ideen. In vier Arbeitskreisen (Verkehr und Mobilität, Wohnen in Cadolzburg, Cadolzburg für Besucher, Egersdorf und Wachendorf) wurden diese Vorschläge diskutiert und zahlreiche weitere eingebracht. Letztendlich wurden aus all diesen Vorschlägen Handlungsempfehlungen entwickelt, die hier einzusehen sind: www.cadolzburg.de/index.php

Als Bund Naturschutz freut es uns, dass einige unserer Ideen "Handlungsempfehlungen mit hoher Priorität" geworden sind. Bauausschuss und Gemeinderat haben sich im Januar 2019 damit befasst und wollen die Maßnahmen separat und einzelfallbezogen im Rahmen der haushaltsrechtlichen Möglichkeiten unter Berücksichtigung der jeweiligen Prioritäten umsetzen.
Im Lenkungskreis werden wir diesen Prozess begleiten!

Vorstandschaft

Vorstandsgremium:

Margareta Wittmann, Tel: 09103 / 790 56 09, mobil: 0151 / 540 70 411;
email: margareta.wittmann.bn@gmx.de

Andrea Holzammer, Tel: 0178 / 557 3483

Dieter Burock, Tel: 0152 / 292 78 306

Monika Mehringer, Tel: 09103 / 5447

Arbeitstreffen

I.d.R. monatlich freitags.

Ort des Treffens ist in der BN Geschäftsstelle in Cadolzburg; falls nicht wegen Corona anderweitig. Neuzugänge sind herzich willkommen!

Kindergruppentreffen

Die Kindergruppe "Die Wiesengeister" für Kinder von 7-11 Jahren trifft sich monatlich am Mittwochnachmittag.

Termine und Treffpunkt bitte bei Monika Mehringer erfragen.