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5.1 Windkraftanlagen mit Speichermöglichkeit: Sind Sie dafür, dass sich die Kommunen Vorrangflächen für Windkraft, Bürgerwindräder und Speichermedien sichern, um die Wertschöpfung in der Gemeindekasse zu halten?

Antwort Silvia Dießl, CSU:

Die CSU in Seukendorf hat grundsätzlich das Ziel, erneuerbare Energien und Energie­speichermöglichkeiten stärker in kommunaler Verantwortung zu entwickeln, wenn baurechtliche und planerische Voraussetzungen vorliegen und Akzeptanz in der Bevölkerung besteht. Kommunale Beteiligung an Energieprojekten – etwa über Bürgerwindräder oder Gemeinschaftsenergiegesellschaften – kann dazu beitragen, Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Einnahmen in der Gemeinde zu halten sowie die Energiewende vor Ort konkret umzusetzen.

Für Seukendorf gilt allerdings aktuell: Der Bau weiterer Windkraftanlagen im Gemeindegebiet ist derzeit nicht möglich, weil die baurechtlichen Voraussetzungen nicht gegeben sind. Im bayerischen Bauplanungsrecht stehen Windenergieanlagen zurzeit vor erheblichen Abstandsvorschriften und planerischen Voraussetzungen, die ohne entsprechende Ausweisung von Vorrang- oder Konzentrationsflächen nicht erfüllt werden können. Insbesondere nach der lange geltenden 10H-Regelung in Bayern galt, dass Windenergie nur dort zulässig war, wo Mindestabstände von bis zu zehnmal der Anlagenhöhe zu Wohnungen eingehalten werden; dies führte zu sehr engen Grenzen für neue Projekte. Zwar wurden in den letzten Jahren bundes- und landesrechtlich Änderungen angestoßen und Mindestabstände reduziert, gleichzeitig sind die regional- und flächenplanerischen Vorgaben der Regionalplanung entscheidend, ob und wo Vorrangflächen ausgewiesen werden können. 

Windkraft-Vorranggebiete müssen im Rahmen der Regionalplanung und in Abstimmung mit Landesvorgaben festgelegt werden. Ohne solche Ausweisungen und ohne entsprechende Eignungsflächen ist eine kommunale Ausweisung allein im Flächennutzungs- oder Bebauungsplan nicht rechtssicher möglich. Das führt dazu, dass – obwohl die Energiewende in Bayern weiter vorangetrieben werden soll und Bundesziele für Windenergie-Flächen ausgewiesen werden – konkrete Standorte im Seukendorfer Gemeindegebiet heute nicht ohne Weiteres realisierbar sind. 

Antwort Sebastian Rocholl, SPD:

Ich gehe derzeit einen anderen Weg und versuche, gemeinsam mit den betroffenen Landwirten in dem bestehenden Vorranggebiet einen Flächenpool zu initiieren, der als Ansprechpartner für Investoren dient.

5.2 Erneuerbare Energien: Welches Projekt der Nahwärmenutzung unterstützt ihre Partei?

Antwort Silvia Dießl, CSU:

Die CSU Seukendorf-Hiltmannsdorf unterstützt insbesondere Nahwärmekonzepte ohne Verbrennung, die auf Abwärme und erneuerbaren Umweltenergien basieren. Dazu zählen vor allem Abwasserwärmepumpen und Solarthermieanlagen sowie deren Kombination in intelligenten Nahwärmenetzen. Dieses Verständnis von Nahwärmenutzung entspricht unmittelbar dem Wahlprogramm der CSU Seukendorf-Hiltmannsdorf. In unserem Programm für Seukendorf haben wir die Prüfung und Entwicklung eines Nahwärmenetzes ohne Verbrennung ausdrücklich festgeschrieben. Vorgesehen sind dabei insbesondere Abwasserwärmepumpen, Abwärmenutzung sowie solarthermische Systeme; fossile Energieträger und verbrennungsbasierte Lösungen sind nicht der Ansatz der CSU Seukendorf- Hiltmannsdorf.

Abwasserwärmepumpen sind aus unserer Sicht ein besonders überzeugendes Konzept. Abwasser steht ganzjährig zur Verfügung, weist relativ konstante Temperaturen auf und ist eine bislang weitgehend ungenutzte Energiequelle. Die Nutzung dieser Wärme ist hocheffizient, lokal emissionsfrei und greift nicht in Natur oder Landschaft ein. Gerade im kommunalen Umfeld – etwa bei Kläranlagen oder größeren Siedlungsstrukturen – bietet diese Technologie ein großes, nachhaltiges Potenzial.

Solarthermie eignet sich hervorragend als ergänzende Wärmequelle in Nahwärmenetzen. Sie liefert CO₂-freie Wärme und kann in Verbindung mit Pufferspeichern oder saisonalen Speichern fossile oder verbrennungsbasierte Systeme vollständig ersetzen. In Kombination mit Abwasserwärmepumpen entstehen so robuste, zukunftsfähige Versorgungskonzepte. Der entscheidende Vorteil dieser Systeme liegt darin, dass keine Verbrennung stattfindet. Das bedeutet: keine Emissionen, keine Feinstaubbelastung, kein zusätzlicher Verkehr durch Brennstoffanlieferungen und eine deutlich bessere Akzeptanz in der Bevölkerung. Gleichzeitig werden Klimaschutz, Ressourcenschonung und Versorgungssicherheit miteinander verbunden. 

Solche Nahwärmeprojekte stehen für eine moderne, technologieoffene Energiepolitik, die ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Vernunft verbindet. Genau diesen Weg unterstützen wir: lokal, emissionsfrei, zukunftssicher – und realistisch, wenn nötig in dezentralen Abschnitten umsetzbar für eine Kommune wie Seukendorf.

Antwort Sebastian Rocholl, SPD:

Wir unterstützen die laufenden Planungen in Seukendorf und Hiltmannsdorf mit dem Ziel der Errichtung eines Nahwärmenetzes. Tatsächlich habe ich das Thema in den Gemeinderat hineingetragen; dieser hat es sehr konstruktiv aufgegriffen.