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mobiles Umwelterlebniszentrum

8.1 Mobilität: Befürworten Sie Tempo 30 auf allen Straßen in den Ortschaften?

Antwort Silvia Dießl, CSU:

Eine generelle Einführung von Tempo 30 auf allen Straßen innerhalb des Ortes halten wir nicht für zielführend. Entscheidend ist vielmehr ein differenziertes, am Gemeinwohl orientiertes Vorgehen, das Verkehrssicherheit, Lebensqualität und Funktionsfähigkeit des Verkehrs gleichermaßen berücksichtigt. 

Zentrale Priorität hat die Verkehrssicherheit, insbesondere für Kinder, ältere Menschen und mobilitätseingeschränkte Personen. In Anwohnerstraßen, Wohngebieten sowie im Umfeld von Kitas, Kindergärten und Spielbereichen sollten deshalb zusammenhängende, flächendeckende Verkehrsberuhigungen umgesetzt werden – bis hin zu verkehrsberuhigten Bereichen und Spielstraßen. Solche Konzepte fördern nachweislich Sicherheit, Aufenthaltsqualität und soziale Interaktion. 

Auf Hauptverkehrsstraßen ist eine pauschale Absenkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit nicht zwingend der wirksamste Hebel, um Verkehrssicherheit, Klima- und Gesundheitsschutz zu verbessern. Diese Straßen erfüllen eine wichtige Bündelungs- und Verbindungsfunktion und entlasten gerade Wohnquartiere vom Durchgangsverkehr. Tempo 50 ist hier häufig sachgerecht und angemessen, sofern die Straßenführung übersichtlich ist und keine besonderen Gefahrenlagen bestehen. Gleichzeitig gilt: Wo Lärm- und Schadstoffbelastungen, Unfallhäufungen oder eine hohe Querungsnachfrage durch Fuß- und Radverkehr auftreten, sind gezielte Temporeduzierungen nicht nur sinnvoll, sondern notwendig. Solche punktuellen oder abschnittsweisen Maßnahmen wirken oft effektiver als pauschale Vorgaben, weil sie genau dort ansetzen, wo Menschen tatsächlich betroffen sind. Sie lassen sich zudem gut mit weiteren Instrumenten wie sicheren Querungshilfen, breiteren Geh- und Radwegen, oder intelligenter Verkehrssteuerung kombinieren.

Ein solcher differenzierter Ansatz entspricht moderner, nachhaltiger Verkehrspolitik: Er reduziert Lärm und Emissionen dort, wo sie die Lebensqualität beeinträchtigen, schützt vulnerable Verkehrsteilnehmende und erhält gleichzeitig die Leistungsfähigkeit des Straßennetzes. So wird Klimaschutz nicht gegen soziale oder funktionale Belange ausgespielt, sondern klug integriert

Antwort Sebastian Rocholl, SPD:

Absolut

8.2 Welche Ideen für den Lückenschluss im Radwegenetz hat Ihre Partei?

Antwort Silvia Dießl, CSU:

Die CSU in Seukendorf verfolgt beim Radverkehr einen systematischen und ganzheitlichen Ansatz. Ziel ist ausdrücklich kein punktueller Ausbau, sondern die Entwicklung eines zusammenhängenden, sicheren und alltagstauglichen Radwegenetzes. Lückenschlüsse haben dabei oberste Priorität, da gerade fehlende oder unsichere Übergänge die Nutzung des Fahrrads im Alltag verhindern. Grundlage ist das Radverkehrskonzept des Landkreises Fürth. 

Konkret bedeutet das: Bestehende Radwege sollen analysiert, Schwachstellen identifiziert und Maßnahmen in ein Gesamtkonzept eingebettet werden. Dabei wird großer Wert auf die Anbindung an überörtliche Radwege und Programme gelegt, um Pendlerverkehre sinnvoll zu verknüpfen und Fördermittel konsequent zu nutzen. Gleichzeitig sollen Radwege dort entstehen, wo sie tatsächlich genutzt werden – etwa auf Schulwegen, Verbindungen zwischen Ortsteilen sowie zu zentralen Einrichtungen und Nahversorgungsstandorten. 

Antwort Sebastian Rocholl, SPD:

Wir befürworten die Radwegeverbindung nach Burgfarrnbach, wenn sie finanziell darstellbar ist. Die Verbindung Richtung Langenzenn sollte auf der bestehenden Infrastruktur der alten B8 realisiert werden, z.B. durch Abmarkierung (in anderen Bundesländern möglich!) oder die Einrichtung einer Fahrradstraße. Eine Fahrradverbindung zum Gewerbegebiet am Seukenbach, die parallel zu der bestehenden an der Kreisstraße verläuft, halten wir derzeit für obsolet.

8.3 Planen Sie abschließbare Fahrradabstellmöglichkeiten?

Antwort Silvia Dießl, CSU:

Derzeit sind keine zusätzlichen abschließbaren Fahrradabstellanlagen vorgesehen. Vor dem Hintergrund begrenzter kommunaler Ressourcen gilt es, Prioritäten zu setzen und Maßnahmen dort zu konzentrieren, wo sie den größten unmittelbaren Nutzen für die Verkehrssicherheit und Alltagstauglichkeit entfalten. Selbstverständlich wird die bestehende Fahrradinfrastruktur im öffentlichen Raum im Blick behalten und bei Bedarf funktional verbessert, jedoch ohne aktuell neue, kostenintensive Systeme zu planen, die über den bestehenden Rahmen hinausgehen. Aus Erfahrung wissen wir, dass in unseren Nachbarkommunen abschließbare Abstellanlagen kaum genutzt werden und die Nachfrage bei uns auf dem Lande praktisch nicht vorhanden ist. 

Antwort Sebastian Rocholl, SPD:

Nein, hier fehlt die entsprechende Infrastruktur (z.B. Bahnhof). 

8.4 Wie konsequent werden sie gegen Parkverstöße vorgehen?

Antwort Silvia Dießl, CSU:

Wir streben eine gezielte Überwachung des ruhenden Verkehrs an.Es sollen bekannte Problemstellen kontrolliert werden, nicht flächendeckend und wahllos, sondern dort, wo es wiederholt zu Konflikten und Gefährdungen kommt. Ziel ist nicht das Verteilen von Strafzetteln, sondern mehr Ordnung, Sicherheit und Rücksichtnahme im Straßenraum. Durch klare Regeln, nachvollziehbare Kontrollen und eine transparente Kommunikation soll Akzeptanz geschaffen werden. So wird der öffentliche Raum fair genutzt und der Rad- und Fußverkehr nachhaltig gestärkt.

Antwort Sebastian Rocholl, SPD:

Das wurde gerade im Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss thematisiert, hier war man sich einig, dass der ruhende Verkehr weiterhin 10 Stunden im Monat kontrolliert werden soll. Es erreichen mich immer wieder empörte Beschwerden, die ich aber mit Verweis auf die Gleichbehandlung und die StVo immer wieder ablehne.