Krötenrettung nun auch in Stein

An mehreren Stellen in Stein gilt es, Amphibien auf ihrem Weg zum Laichgewässer zu helfen. Auf der schon im März beginnenden Wanderung sind die Gefahren vielfältig: mal droht der Absturz in einen Schacht, aus dem es keine Rückkehr gibt, an anderen Stellen ist der Autoverkehr eine tödliche Bedrohung; manchmal sind Gewässer abgelassen. Schon seit Jahren betreut ein Anwohner am Deutenbacher Weiher die Krötenwanderung (dessen Zuschüttung der Bund Naturschutz 2014 verhindern konnte). Einen unvorteilhaft konstruierten Schacht schützt die Stadtgärtnerei auf unsere Bitte mit einer Absturzsicherung.

Auch an der Locher Straße gab es dieses Jahr viel zu tun: Obwohl der Autoverkehr überschaubar ist, wurde eine ganze Reihe der manchmal nur langsam wandernden Tiere überfahren. Unsere Ortsgruppe war mit mehreren Helfern/Helferinnen vor Ort, die ca. 570 Tiere (darunter auch einige Molche) einsammelten und über die Straße trugen. Über 50 Erdkröten wurden aus Gullys entlang der Locher Straße gerettet. Auf dem Weg zu ihrem angestqammten Laichgewässer müssen sie die Straße entlang; die ungesicherten Gullys stellen tödliche Fallen dar. Heikel wird es auch, wenn die angestrebten Weiher gar kein Wasser führen oder wenn dort Baggerarbeiten anstehen. In diesem Fall wurden die eingefangenen Tiere in ein anderes Gewässer gebracht, in der Hoffnung, dass sie die neue Situation annehmen und dort ablaichen.

Auch in Gutzberg müssen Kröten über eine Straße wandern. Dort helfen engagierte Anwohner den Tieren.

A.Pfeifenberger

 

Aus dem Eimer ....
... in den Weiher

„Keimzelle" gestoppt - Erfolg für die Natur

Der Rednitzgrund wird intensiv für Freizeitaktivitäten genutzt. Es ist beliebt und gut, sich in der Natur zu bewegen  - allerdings braucht es eine gewisse Lenkung, denn der Druck auf die Natur ist nicht zu leugnen. Bisher gibt es noch einen kleinen Fleck im Rednitzgrund, gut drei Hektar groß, der mangels Wegen von Joggern und Gassi-Gehern gemieden wird. Dort haben Rehe, Feldhasen und bodenbrütende Vögel ihr letztes Rückzugsgebiet.

Aber genau dort sollte nach dem Willen der Stadt Stein ein „Naturprojekt" entstehen, das sich vor allem dadurch auszeichnete, dass es mit intensiver Bautätigkeit gewesen wäre: Ein dichtes asphaltiertes Wegenetz, insgesamt über 1000 Meter (auch in einer Ausgleichsfläche, mit Zerschneidung eines Heckenbiotops). Hinzu kommen drei Brücken über einen Graben, der kaum jemals Wasser führt, ein terrassierter Weinberg mit drei Abgängen sowie umzäunte Flächen für Urban Gardening. Außerdem wäre wohl ein weiterer Parkplatz auf der Wiese nötig geworden.

Nach immer weiter anschwellender Kritik von Anwohnern und Freunden der Natur hat nur die Stadt die Planungen Ende Oktober 2019 gestoppt. Das erforderliche Bebauungsplan-Verfahren wurde eingestellt. Was den Ausschlag für den überraschenden Rückzug gab, wissen wir nicht. Der von der Bürgerinitiative "Pro Rednitzgrund" mit Entschlossenheit in die Wege geleitete Bürgerentscheid dürfte dafür ebenso ausschlaggebend gewesen sein, wie der fraglich gewordene Rückhalt im Stadtrat. In den vergangenen Monaten hat die BN-Ortsgruppe Gespräche mit verschiedenen Fraktionen geführt, bei denen die Problematik des Vorhabens erläutert wurde. Die beteiligten Stadträte zeigten sich durchweg skeptisch und wollten die städtische Planung nicht unterstützen.

Wie das Gelände, das im Besitz der Stadt ist, künftig gestaltet werden soll, ist offen. Eine Planungswerkstatt soll dazu eingerichtet werden. Der BN wird sich für eine Aufwertung der Fläche einsetzen, die dem Artenschutz gerecht wird. Eine Möglichkeit wäre, das Areal als Ausgleichsfläche für andere Bauvorhaben zu nutzen.

Arno Pfeifenberger     

 

Nach langen Protesten gestoppt: Der Wiesengrund, in dem auch regelmäßig Rehe und zuweilen auch Feldhasen beobachtet werden können, wird nicht in eine Flaniermeile verwandelt.
Verschwendung öffentlicher Mittel: Die teueren Tafeln, die die Stadt im März 2019 zu dem noch nicht beschlossenen und jetzt abgesagten Projekt aufstellen ließ, wurden wieder entfernt.

Biberführung mit Horst Schwemmer

Großer Andrang herrschte bei der Steiner Biberführung Anfang Mai 2019. Unter der fachkundigen Leitung des BN-Bibermanagers Horst Schwemmer gab es interessante Infos zur Lebensweise des größten einheimischen Nagetiers - und zwar unmittelbar am Ort des Geschehens. Nicht nur am Fabergut-Weiher, sondern unübersehbar auch am Grundbach zeigen sich seine Spuren: Es gibt zwei Wohnhöhlen und der Bach ist  kräftig aufgestaut, was angrenzende Wiesen in Feuchtbiotope verwandelt. Konflikte mit der Landwirtschaft und Entschädigungsregelungen kamen ebenfalls zur Sprache. Die vorgesehenen Gewässerrandstreifen, ein Ergebnis unseres erfolgreichen Volksbegehrens zum Artenschutz, können die Situation entspannen.

Am 12. Mai 2020 wird im Rahmen von BayernTourNatur erneut eine Biberführung stattfinden. Näheres unter Veranstaltungen.

 

 

 

Wie verändert sich der Lebensraum durch den Biber?
Viel Interesse für den Biber

Streuobstwiesen - Paradiese für Mensch und Tier

Früher hatte fast jeder Bauernhof zur Selbstversorgung seine Streuobstwiese, mittlerweile sind sie selten geworden, aber es gibt sie noch. Umso wichtiger ist es, diese kleinen Paradiese zu erhalten, denn sie sind nicht nur Obstlieferanten und eine Augenweide – vor allem wenn die Bäume blühen – sondern auch wichtiger Rückzugsort für Vögel, Insekten und allerlei Kleingetier und Wiesenblumen. Nicht zu vergessen die Bedeutung für Bienen! Die ökologische, ästhetische und kulturhistorische Bedeutung der Streuobstwiese rückt wieder mehr ins Bewusstsein.

In Stein gibt es eine Streuobstwiese, die einst zum Faber-Castellschen Gutshof gehörte und noch immer im Besitz von Faber-Castell ist. Dieser sogenannte „Höllgarten“ -die größte Streuobstwiese des Landkreises - bietet mit seinen absterbenden Bäumen seit Jahren einen immer traurigeren Anblick. Dennoch werden die alten Baumstämme von verschiedenen Tieren, z. B. dem Waldkauz, Vogel des Jahres 2017 rege genutzt.

Freude über Neupflanzungen

Seit vielen Jahren verfolgt der Bund Naturschutz mit Sorge den Verfall der alten Obstbäume in der größten Streuobstwiese des Landkreises und versuchte Neupflanzungen zu initieren.  Viele Bäume sind bereits abgestorben. Wir freuen uns sehr, dass die Eigentümer der Fläche, die Erbengemeinschaft Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell, nun Neupflanzungen veranlasst hat. Gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband, vertreten durch Dieter Speer, wurden Ende November von landwirtschaftlichen Berufsschülern im Rahmen ihrer Ausbildung 30 alte Obstbaumsorten gepflanzt. Die absterbenden alten Bäume bleiben als wertvolles Altholz stehen. Gepflanzt wurden nicht nur die bisher dort vertretenen alten Apfelsorten, sondern angesichts des zu erwartenden Klimawandels auch mutmaßlich hitze- und trockenheitsresistente Arten wie z.B. Esskastanie und Speierling. David Varga, Betriebsleiter Forst, Sand und Landwirtschaft bei der Erbengemeinschaft betonte, dass der Erhalt dieses „ökologischen Kleinods“ (Dieter Speer) wichtig ist und bereits  weitere Pflegeschritte in Planung sind.  

Nicht nur in ökologischer Hinsicht ist der Höllgarten etwas Besonderes, sondern auch kulturhistorisch: Er war ein wichtiger Bestandteil des nahegelegenen Faber-Castellschen Gutshofes (heute das Baugebiet „Fabergut“). Der ca. fünf Hektar große Garten war von dichten Hecken umgeben und sorgte mit einer Vielfalt von Apfel- und Birnensorten für die Ernährung von Mensch und Tier.

Das sagt die Presse dazu.

 

 

Streuobstwiese "Höllgarten" in Stein: ein ökologisches Kleinod
Totholz ist Leben
Dem Regenwetter getrotzt: landwirtschaftliche Berufsschüler pflanzten Obstbäume

Erfolg: Ortsumgehung Stein mit dem Ziel Nürnberger Hafen ist nicht mehr "vordringlicher Bedarf"

Die Sinnhaftigkeit dieses Projektes, die B14 direkt zum Nürnberg-Hafen zu führen, war von vornherein sehr in Zweifel gezogen worden. Der Nutzen-Kosten-Faktor lag mit 3,0 am unteren Ende Scala - und das auch nur durch massive "Fehleinschätzungen" dessen, was diese Straße an Nachteilen brächte.

Das Projekt war äußerst fragwürdig begründet und wohl nur durch politischen Druck von Politikern aus dem Landkreis Fürth aufgenommen worden. Die massiven Einsprüche (auch) von Seiten des Bund Naturschutz und vor allem der Stadt Nürnberg haben nun dazu geführt, dass es im Kabinettsentwurf des Bundesverkehrswegeplans auf "weiterer Bedarf mit Planungsrecht" zurückgestuft wurde. Das bedeutet, dass in den kommenden 15 Jahren wohl kein Geld dafür bereit gestellt wird, dass aber bereits geplant werden darf. Der endgültige Beschluss erfolgt im Bundestag Ende 2016. Mit der Rückstufung ist das Projekt allerdings nicht vom Tisch! Wir müssen wachsam bleiben.

Eine Einschätzung aus der BN-Ortsgruppe Stein:

"Die sogenannte Ortsumgehung Stein ist erfreulicherweise aus den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans herausgenommen worden. Der angebliche Interessengegensatz zwischen Nürnberg und Stein (Nürnberg will kein zusätzliches Einfallstor, Stein erhofft sich dadurch eine seinen Kernort entlastende Verkehrsverlagerung) hat in Wirklichkeit nie bestanden. Eine Realisierung des Projekts würde ja nicht etwa eine Lösung der Verkehrsprobleme auf der Steiner Hauptstraße bringen. Das staatliche Bauamt hat für diesen Fall nämlich keine signifikante Entlastung für die lärmgeplagten Anwohner prognostiziert.

In der Mogelpackung wirklich enthalten ist dagegen eine dreispurige LKW-Transitstrecke zwischen Deutenbach und Bertelsdorf zum Nürnberger Hafen mit einem Monstertunnel durchs schützenswerte Rednitztal.

Diese neue Strecke würde noch mehr Verkehr von der A6 auf die B14 ziehen, Stein ein zweites Mal teilen und durch den großen Flächenverbrauch die Existenzgrundlage der dort ansässigen Landwirte bedrohen, von den Auswirkungen auf Natur und Umwelt ganz zu schweigen. Vielleicht kann man ja in Stein nun endlich mal in Ruhe die Hausaufgaben erledigen, nämlich den hausgemachten Quell- und Zielverkehr (über 50 Prozent des Verkehrsaufkommens!) analysieren und damit belastbare Grundlagen für ein vernünftiges Verkehrskonzept erhalten."

Über den Wiesengrund und Ackerflächen würde die Straße mit Dämmen und Einschnitten mit 3 Spuren laufen und die Steiner Ortsteile Bertelsdorf und Deutenbach voneinander trennen und mit Lärm überziehen.
Der Klingengraben (Waldstück im Bild links) als Naherholungsgebiet wäre zerstört. Rechts vom Betrachter kommend, würde die Straße an den weiß blühenden Büschen vorbei gehen und dann nach einigen hundert Metern im Tunnel verschwinden.

Landschaftsschutzgebiet bei Neuwerk

Bei Neuwerk im Steiner Rednitzgrund geht es um die (schleichende) Aufweichung eines Landschaftsschutzgebietes. Aus uns nicht nachvollziehbaren Gründen werden Eigentümern großzügige Baufällungen und Wohnraumerweiterungen gestattet sowie Regelungen der Trinkwasserschutzverordnung umgangen. Eine Pressemeldung dazu:

www.nordbayern.de/region/fuerth/hickhack-ums-steiner-neuwerk-1.6541719


Ortsgruppeninfos

Vorstandschaft

Vorstandsgremium

  • Ulrike Storch
  • Arno Pfeifenberger

Ansprechpartnerin: Ulrike Storch, Tel: 0911-685022, email: ulrike-storch@web.de
Beisitzerinnen: Gudrun Hör und Astrid Brache-Zotos

Arbeitstreffen

Treffen jeweils um 20 Uhr im Raum des Heimat- und Kulturvereins, Mühlstr.1, Eingang Bergstr.:     

  • Do, 13.02.2020
  • Do, 24.04.2020
  • Do, 18.06.2020

An Sonntagen von Mai bis September bei trockenem Wetter i.d.R. Bücherflohmarkt am Wiesenhäuschen nähe Freilandterrarium.

Weitere Infos bitte den Schaukästen am Martin-Luther-Platz und am Wiesenhäuschen entnehmen.

Kindergruppe

Eine unserer letzten Aktionen vor der Coronakrise (während der natürlich keine Treffen stattfinden) war die Herstellung von Besen aus Zweigen.     Mehr lesen ...

Die Gruppenstunden finden jeweils einmal im Monat am Mi von 16-18 Uhr statt.
Alter: 6-10 Jahre
Die bisherige Donnerstag-Gruppe Waldwichtel entfällt; sie wurde mit Stein-kundigen Entdeckern zusammen gelegt.
Treffpunkt: Schmetterlingswiese vor dem Freilandterrarium, Zugang über Heuweg oder Gerasmühler Str.

Leitung: Barbara Philipp, Dipl. Geographin und Umweltpädagogin, barbaraphilipp@gmx.de;
Kosten: pro Gruppenstunde 6€, Geschwisterkinder 3€

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