„Keimzelle" - Konflikt um Natur- und Artenschutz im Rednitzgrund

Der gesamte Hang links des Betrachters soll in einen terrassierten Weinberg verwandelt werden. Und als wäre die Aussicht noch nicht gut genug: hier soll nach dem Willen der Stadt eine Aussichtplattform entstehen. Im Talgrund ist ein asphaltiertes Wegenetz von insgesamt über 1000 Metern vorgesehen. Obwohl sich in letzter Zeit vor allem der Steiner Bürgermeister Krömer sehr für Blühflächen einsetzt, bleibt die Ackerfläche stets (auf Kosten des Steuerzahlers) umgebrochen, aber unbebaut. Hier könnte sofort ein knapper Hektar Blühflächen angelegt werden. Aus unerfindlichen Gründen unterbleibt dies. Vielleicht, damit bei der artenschutzrechtlichen Prüfung im Rahmen des Bebauungsplans nicht mehr so viel Schützenswertes vorkommt?

Der Rednitzgrund wird intensiv für Freizeitaktivitäten genutzt. Es ist beliebt und gut, sich in der Natur zu bewegen  - allerdings braucht es eine gewisse Lenkung, denn der Druck auf die Natur ist nicht zu leugnen. Bisher gibt es noch einen kleinen Fleck im Rednitzgrund, gut drei Hektar groß, der mangels Wegen von Joggern und Gassi-Gehern gemieden wird. Dort haben Rehe, Feldhasen und bodenbrütende Vögel ihr letztes Rückzugsgebiet.

Aber genau dort soll nach dem Willen der Stadt Stein ein „Naturprojekt" entstehen, das sich vor allem dadurch auszeichnet, dass es mit intensiver Bautätigkeit verbunden ist: Ein dichtes asphaltiertes Wegenetz, insgesamt über 1000 Meter (auch in einer Ausgleichsfläche, mit Zerschneidung eines Heckenbiotops). Hinzu kommen drei Brücken über einen Graben, der kaum jemals Wasser führt, ein terrassierter Weinberg mit drei Abgängen sowie umzäunte Flächen für Urban Gardening. Außerdem wird wohl ein weiterer Parkplatz auf der Wiese nötig werden.

Obwohl es sich um eine FFH-Fläche und ein Landschaftsschutzgebiet handelt, sehen zu unserer großen Verwunderung weder Untere noch Höhere Naturschutzbehörde ein Problem in dem Vorhaben. Auch LEADER-Förderung wurde in sechstelliger Höhe in Aussicht gestellt.

Es gibt zahlreiche Kritiker des Vorhabens. Innerhalb weniger Wochen konnten 1650 Unterschriften für ein Bürgerbegehren zum Stopp dieser Planungen gesammelt werden. Das Bürgerbegehren wurde jedoch vom Landratsamt als nicht zulässig eingestuft und daher vom Stadtrat in Stein abgelehnt. Begründet wurde dies mit der zu wenig konkreten Forderung, dort ein "artenschutzverträgliches Konzept" zu verwirklichen. Mittlerweile wurde vom Stadtrat beschlossen zu diesem Thema eine Planungswerkstatt einzurichten, bei der auch der BN vertreten sein soll. Die Bürgerinitiative startet ab September parallel dazu die Unterschriftensammlung für ein neues Bürgerbegehren. Außerdem wurde ein Konzept erarbeitet, wie die Fläche mit Blühwiese, Streuobst und Sukzessionsflächen naturverträglich aufgewertet werden könnte. Weitere Infos    hier

Die Stadt verweist auf geplante Blühflächen und Baumpflanzungen; diese sind auch unstrittig. Leider will die Stadt Stein aber nicht wahrhaben, dass Artenschutz mehr ist, als eine stadtparkartige Flaniermeile

Arno Pfeifenberger

Das sagt die Presse dazu (FN 26.Juli 2019)              Detailinfos zum Download


Biberführung mit Horst Schwemmer

Großer Andrang herrschte bei der Steiner Biberführung Anfang Mai 2019. Unter der fachkundigen Leitung des BN-Bibermanagers Horst Schwemmer gab es interessante Infos zur Lebensweise des größten einheimischen Nagetiers - und zwar unmittelbar am Ort des Geschehens. Nicht nur am Fabergut-Weiher, sondern unübersehbar auch am Grundbach zeigen sich seine Spuren: Es gibt zwei Wohnhöhlen und der Bach ist  kräftig aufgestaut, was angrenzende Wiesen in Feuchtbiotope verwandelt. Konflikte mit der Landwirtschaft und Entschädigungsregelungen kamen ebenfalls zur Sprache. Die vorgesehenen Gewässerrandstreifen, ein Ergebnis unseres erfolgreichen Volksbegehrens zum Artenschutz, können die Situation entspannen.

Wie verändert sich der Lebensraum durch den Biber?
Viel Interesse für den Biber

Streuobstwiesen - Paradiese für Mensch und Tier

Früher hatte fast jeder Bauernhof zur Selbstversorgung seine Streuobstwiese, mittlerweile sind sie selten geworden, aber es gibt sie noch. Umso wichtiger ist es, diese kleinen Paradiese zu erhalten, denn sie sind nicht nur Obstlieferanten und eine Augenweide – vor allem wenn die Bäume blühen – sondern auch wichtiger Rückzugsort für Vögel, Insekten und allerlei Kleingetier und Wiesenblumen. Nicht zu vergessen die Bedeutung für Bienen! Die ökologische, ästhetische und kulturhistorische Bedeutung der Streuobstwiese rückt wieder mehr ins Bewusstsein.

In Stein gibt es eine Streuobstwiese, die einst zum Faber-Castellschen Gutshof gehörte und noch immer im Besitz der Firma ist. Dieser sogenannte „Höllgarten“ bietet mit seinen absterbenden Bäumen seit Jahren einen immer traurigeren Anblick. Dennoch werden die alten Baumstämme von verschiedenen Tieren, z. B. dem Waldkauz, Vogel des Jahres 2017 rege genutzt.

In einem Modellprojekt könnte man die alten Bäume belassen und dazwischen nach und nach neue Apfelbäume pflanzen. Für diese neuen Bäume könnten Patenschaften von Steiner Bürgern übernommen werden, ähnlich wie schon auf der anderen Seite vom Höllweg. Von den alten Apfelsorten könnte man auch Reiser abnehmen und auf Sämlinge aufpfropfen und so die alten Sorten wiederbeleben.

Der 200ste Geburtstag von Lothar von Faber und 40 Jahre „Stadt Stein“ wären eine schöne Gelegenheit, sich für den Erhalt dieser Faber'schen Streuobstwiese einzusetzen.

Das sagt die Presse dazu.

Streuobstwiese "Höllgarten" in Stein
Totholz ist Leben

Erfolg: Ortsumgehung Stein mit dem Ziel Nürnberger Hafen ist nicht mehr "vordringlicher Bedarf"

Die Sinnhaftigkeit dieses Projektes, die B14 direkt zum Nürnberg-Hafen zu führen, war von vornherein sehr in Zweifel gezogen worden. Der Nutzen-Kosten-Faktor lag mit 3,0 am unteren Ende Scala - und das auch nur durch massive "Fehleinschätzungen" dessen, was diese Straße an Nachteilen brächte.

Das Projekt war äußerst fragwürdig begründet und wohl nur durch politischen Druck von Politikern aus dem Landkreis Fürth aufgenommen worden. Die massiven Einsprüche (auch) von Seiten des Bund Naturschutz und vor allem der Stadt Nürnberg haben nun dazu geführt, dass es im Kabinettsentwurf des Bundesverkehrswegeplans auf "weiterer Bedarf mit Planungsrecht" zurückgestuft wurde. Das bedeutet, dass in den kommenden 15 Jahren wohl kein Geld dafür bereit gestellt wird, dass aber bereits geplant werden darf. Der endgültige Beschluss erfolgt im Bundestag Ende 2016. Mit der Rückstufung ist das Projekt allerdings nicht vom Tisch! Wir müssen wachsam bleiben.

Eine Einschätzung aus der BN-Ortsgruppe Stein:

"Die sogenannte Ortsumgehung Stein ist erfreulicherweise aus den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans herausgenommen worden. Der angebliche Interessengegensatz zwischen Nürnberg und Stein (Nürnberg will kein zusätzliches Einfallstor, Stein erhofft sich dadurch eine seinen Kernort entlastende Verkehrsverlagerung) hat in Wirklichkeit nie bestanden. Eine Realisierung des Projekts würde ja nicht etwa eine Lösung der Verkehrsprobleme auf der Steiner Hauptstraße bringen. Das staatliche Bauamt hat für diesen Fall nämlich keine signifikante Entlastung für die lärmgeplagten Anwohner prognostiziert.

In der Mogelpackung wirklich enthalten ist dagegen eine dreispurige LKW-Transitstrecke zwischen Deutenbach und Bertelsdorf zum Nürnberger Hafen mit einem Monstertunnel durchs schützenswerte Rednitztal.

Diese neue Strecke würde noch mehr Verkehr von der A6 auf die B14 ziehen, Stein ein zweites Mal teilen und durch den großen Flächenverbrauch die Existenzgrundlage der dort ansässigen Landwirte bedrohen, von den Auswirkungen auf Natur und Umwelt ganz zu schweigen. Vielleicht kann man ja in Stein nun endlich mal in Ruhe die Hausaufgaben erledigen, nämlich den hausgemachten Quell- und Zielverkehr (über 50 Prozent des Verkehrsaufkommens!) analysieren und damit belastbare Grundlagen für ein vernünftiges Verkehrskonzept erhalten."

Über den Wiesengrund und Ackerflächen würde die Straße mit Dämmen und Einschnitten mit 3 Spuren laufen und die Steiner Ortsteile Bertelsdorf und Deutenbach voneinander trennen und mit Lärm überziehen.
Der Klingengraben (Waldstück im Bild links) als Naherholungsgebiet wäre zerstört. Rechts vom Betrachter kommend, würde die Straße an den weiß blühenden Büschen vorbei gehen und dann nach einigen hundert Metern im Tunnel verschwinden.

Landschaftsschutzgebiet bei Neuwerk

Bei Neuwerk im Steiner Rednitzgrund geht es um die (schleichende) Aufweichung eines Landschaftsschutzgebietes. Aus uns nicht nachvollziehbaren Gründen werden Eigentümern großzügige Baufällungen und Wohnraumerweiterungen gestattet sowie Regelungen der Trinkwasserschutzverordnung umgangen. Eine Pressemeldung dazu:

www.nordbayern.de/region/fuerth/hickhack-ums-steiner-neuwerk-1.6541719


Ortsgruppeninfos

Vorstandschaft

Vorstandsgremium

  • Ulrike Storch
  • Frieder Trötsch
  • Arno Pfeifenberger

Ansprechpartnerin: Ulrike Storch, Tel: 0911-685022, email: ulrike-storch@web.de
Beisitzerinnen: Gudrun Hör und Astrid Brache-Zotos

Arbeitstreffen

Treffen um 20 Uhr im Raum des Heimat- und Kulturvereins, Mühlstr.1, Eingang Bergstr.:

  • Do, 12.9.2019
  • Do, 17.10.19
  • Do, 14.11.19

Sonntags bei trockenem Wetter i.d.R. Bücherflohmarkt am Wiesenhäuschen nähe Freilandterrarium.

Weitere Infos bitte den Schaukästen am Martin-Luther-Platz und am Wiesenhäuschen entnehmen.

Kindergruppe

Die Gruppenstunden finden jeweils einmal im Monat am Mi bzw. Do von 16-18 Uhr statt.
Alter: 6-10 Jahre
Mittwoch: Stein-kundige Entdecker
Donnerstag: Waldwichtel
Treffpunkt: Schmetterlingswiese vor dem Freilandterrarium, Zugang über Heuweg oder Gerasmühler Str.

Leitung: Barbara Philipp, Dipl. Geographin und Umweltpädagogin, barbaraphilipp@gmx.de;
Kosten: pro Gruppenstunde 6€, Geschwisterkinder 3€

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